Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
1/2.2010




Bern : Mingjun Luo


von: Alice Henkes

  
Mingjun Luo · aus der Serie «quelque part chez nous», 2009, Öl auf Leinen, 110 x 150 cm


Die Redewendung «Verblassen der Erinnerung» deutet auf jene Fragilität und Flüchtigkeit hin, mit der Eindrücke aus der Vergangenheit im Gedächtnis fortleben. Mingjun Luo (*1963) hat sich sehr intensiv damit beschäftigt, den Bildern des Erinnerns mit grossformatigen Zeichnungen nachzuspüren, deren zarte Kontraste das langsame Vergessen mitgestalten. In ihren neuen Arbeiten variiert sie das Thema mit den Mitteln der Ölmalerei. Für die in China geborene Künstlerin, die in klassischer europäischer Malerei ausgebildet ist, bedeutet das eine experimentelle Rückkehr auf vertrautes Terrain. Auf dunkler Leinwand arbeitet sie mit dünner, hellgrauer Farbe, die den grob strukturierten Untergrund durchschimmern lässt. Die Bilder gewinnen so eine grosse Leichtigkeit und Transparenz. Stärker noch als die Zeichnungen vermitteln die Ölbilder den Eindruck eines zarten Schleiers, der von anderen visuellen oder gedanklichen Reizen überlagert oder untermalt wird. So erzeugt Mingjun Luo eine Ahnung von der Vielschichtigkeit und Vernetztheit innerer Bilder. Die Motive entnimmt sie dabei Privatfotos, die Personen oder unspektakuläre Landschaften zeigen.

Bis: 13.02.2010



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 1/2  2010
Institutionen Kunstkeller/art-room [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Mingjun Luo
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=100114111349GOA-17
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.