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1/2.2010




Fribourg : Delphine Reist


von: Alice Henkes

  
Delphine Reist · Bureau und Stores, 2009, Installationsansicht. Foto: Dominique Uldry


Schreibtischstühle kreiseln um die eigene Achse, Storen schnappen rhythmisch auf und zu. In den Installationen «Bureau», 2009, und «Stores», 2009, wird das Büromobiliar, sonst stiller Zeuge menschlicher Arbeit, zum Akteur. Wie von geheimer Lebenskraft getrieben, entwickeln die Gegenstände leer laufenden Aktionismus. Delphine Reist (*1970, Sion), die in ihren Arbeiten Alltagsobjekte in sprechende Bewegung bringt, hat in der Kunsthalle Freiburg eine Ausstellung eingerichtet, in der sich das kunstvolle Eigenleben der Gegenstände und das atmosphärische Nachleben der ehemaligen Fabrikationsräume zu einer subtilen Auseinandersetzung mit der Welt der Arbeit ergänzen. Nicht nur in der faszinierenden Doppelinstallation im Erdgeschoss, die Gleichmass und Hektik des Arbeitens zugleich ausdrückt, lässt die in Genf lebende Walliserin, Gegenstände ein so emsiges wie mysteriöses Eigenleben führen. Beeindruckend gelingt dies in der Videoarbeit «Hüller Hill», einer Kamerafahrt durch die Kantinenküche eines stillgelegten Maschinenwerks. Reinlich und fast ein wenig abweisend glänzen die Edelstahlfächen. Und wenn mit metallischem Surren die Geschirrförderbänder und Wasserhähnen zu laufen beginnen, wird deutlich: Es bedarf der Mensch der Arbeit, die Arbeit aber geschieht auch ohne den Menschen.

Bis: 24.02.2010



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Ausgabe 1/2  2010
Institutionen Fri Art Centre d'Art de Fribourg [Fribourg/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Delphine Reist
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