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1/2.2010




Sion : Explosions lyriques


von: Annelise Zwez

  
Franz Fedier · Dezember, 1955, Öl auf Leinwand, 95 x 110 cm. © ProLitteris, Zürich


«Die abstrakte Malerei in der Schweiz 1950-1965» lautet der Untertitel der von Pascal Ruedin kuratierten Ausstellung. Anders als ihre legendäre Vorgängerin 1957 in Neuenburg ist sie keine üppige Bilderschau. Sie hat ihre Verdienste in der Erforschung und Vermittlung der Epoche. Von Wegen zur Abstraktion, vom Diskurs zwischen In- und Ausland, von Paris und den USA, von Kuratoren und Galeristen ist die Rede, von Kunstkritik und hitzigen Debatten. Repräsentativ gezeigt werden Werke von 15, dem lyrischen Informel verpflichteten Kunstschaffenden wie Charles Rollier, Lenz Klotz, Franz Fedier, Wilfried Moser, Hugo Weber u.a. Das Konzept steht in Wechselwirkung mit den Räumen: Der Hauptteil ist im alten Gefängnis zu sehen, also in Zellen, die sich eher für Fotos, Dokumente, Projektionen - hervorragend Fediers «Filmographie» von 1959 - eignen als für Malerei. Fast zum Manifest wurde das Projekt «Peripherie». Ruedin erinnert an Marcel Joray, der 1957 mit der ersten Schweizer Ausstellung abstrakter Malerei in Neuenburg Kunstgeschichte schrieb, und kopiert gleichzeitig, was schon damals kritisiert wurde: die übermässige Vertretung der Standortregion. Nichtsdestotrotz ist das Mammutprojekt überaus lehrreich und ein berechtigter Aufruf, im Globalen das Nationale und im Nationalen das Regionale nicht zu übersehen; unbegreiflich nur, dass in der Auswahl Künstlerinnen fehlen.

Bis: 11.04.2010


Musée d'art und Ancien Pénitencier, Sion, bis 11.4. Begleitbuch (d/fr) Benteli-Verlag Bern



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Ausgabe 1/2  2010
Autor/in Annelise Zwez
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