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1/2.2010




Winterthur : Graciela Iturbide


von: Eveline Suter

  
Graciela Iturbide · Die Heilige Jungfrau der Leguane, 1979, Juchitán, México


Magisch und surreal sind Etiketten, die Graciela Iturbide ironisch lächelnd, aber bestimmt von sich weist, auch wenn ihre Bilder diese Begriffe unweigerlich aufrufen. Zu Beginn ihrer Karriere richtete die Fotografin ihre Kamera auf das ländliche Mexiko, fing das karnevaleske Treiben an den heimatlichen Volksfesten ein, porträtierte indigene Gemeinschaften in der Sopora-Wüste oder die Frauen und Transvestiten von Juchitán. Die Aufnahmen schöpfen ihre visuelle Kraft und ihre Authentizität aus der Komplizenschaft der Fotografin mit ihren Modellen. Fotografieren bedeutet für Graciela Iturbide, sich selbst kennenlernen. Sie nimmt beobachtend teil und drückt ab, wenn sich vor ihren Augen ein Bild verdichtet. So wird der Schnappschuss einer Marktfrau, die ihre lebendige Ware auf dem Kopf trägt, zur «Heiligen Jungfrau der Leguane». Während unzähliger Reisen in den letzten zehn Jahren hat sich ihr Fokus von den Menschen auf die Landschaft verschoben. Die Dunkelheit der Abzüge verstärkt dabei die geheimnisvolle Atmosphäre von öden Feldern, verlassenen Hütten und eingeschnürten Kakteen. Graciela Iturbides Aufnahmen sind gleichzeitig dokumentarisch, poetisch und symbolisch aufgeladen, wie es vielleicht nur in Lateinamerika möglich ist.

Bis: 07.02.2010



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Ausgabe 1/2  2010
Institutionen Fotomuseum Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Eveline Suter
Künstler/in Graciela Iturbide
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