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1/2.2010




Wolfsburg : James Turrell


von: Miriam Wiesel

  
James Turrell · Bridget's Bardo, 2008, begehbare Installation.?Foto: Florian Holzherr


Eine Sinneswahrnehmung der besonderen Art erwartet derzeit die Besucher im Kunstmuseum Wolfsburg. Parallel zur Ausstellung «Ich, zweifellos» mit Werken von neun Künstler/innen, die sich mit Fragen der Identität auseinandersetzen, ist die mit 700 Quadratmetern bislang grösste, je für ein Ausstellungshaus realisierte Lichtarbeit des kalifornischen Land-Art-Künstlers James Turrell (*1943, Los Angeles) zu sehen. Dieses aus zwei ineinander übergehenden, vollkommen leeren Räumen bestehende sogenannte «Ganzfeld Piece» - ein Begriff aus der Psychologie - wird mit wechselndem, homogenen Licht so geflutet, dass Ecken und Kanten der Architektur verschwinden. Der Besucher betritt über eine Rampe einen scheinbar unendlichen Raum, der sich nur «mit den Augen fühlen» lässt. Als Farbfeldmalerei mit anderen Mitteln, hat Turrell für seine Arbeit in Wolfsburg über 30'000, in Helligkeit und Ton changierende Leuchtdioden eingesetzt, die das Licht stofflich werden lassen und den Raum neu definieren.
Wie in seinem bekanntesten Werk «Roden Crater», dem seit 1974 zu einem künstlerischen Observatorium ausgebauten erloschenen
Vulkan in der Wüste von Arizona, experimentiert Turrell, der neben Kunst auch Mathematik und Psychologie studiert hat, immer wieder
mit Licht und irritiert damit unsere Selbstwahrnehmung. Ich, zweifellos? Das einsetzende Schwindelgefühl ist beabsichtigt.

Bis: 05.04.2010



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Ausgabe 1/2  2010
Institutionen Kunstmuseum Wolfsburg [Wolfsburg/Deutschland]
Autor/in Miriam Wiesel
Künstler/in James Turell
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