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Hinweis
3.2010




Zürich : Pietro Mattioli


  
Pietro Mattioli · Theorem (Detail), 2009


Es gibt Buchreihen, die bereits ungelesen ihre Wirkung entfalten: So die gelben Reclambändchen zur Weltliteratur oder die dtv-Sonderreihe mit ihrem quadratischen Emblem in allen Regenbogenfarben. Die serielle Sechzigerjahre-Grafik von Celestino Piatti war damals Programm: Das Einzelne stand für das Ganze, für einen modernistischen Gedankenhorizont, welcher Autoren, Filmer, Künstler gleichermas­sen umspannte. Dieses dichte kulturelle Erbe kann für heutige Künstlerinnen und Künstler ebenso inspirierend wie beengend sein. Der Zürcher Fotograf und Künstler Pietro Mattioli (*1957) nimmt es von der spielerischen Seite und legt die dtv-Bändchen mit ihren verheis­sungsvollen Titeln und Autoren in einer strengen Anordnung im Rahmen der Ausstellung «Theorem» - griechisch «das Angeschaute» - zu einem bunten Teppich aus. Über der riesigen Vitrine wacht das lächelnde «Selbstporträt als Äffchen» neben einer modularen Skulpturengruppe und einem schwankenden Vorhang aus verbeulten Metallplatten mit grobgerasterten Nachbildern aus Zeitungen und Filmen. Diese wirken seltsam vertraut-distanziert - und suggerieren, so Stefan Zweifel: «Ein Echo auf jene Zeit, als jedes Theorem noch wie bei Pasolini leidenschaftlich umkämpft wurde und es auf jede Frage eine Form, für jede Form eine Frage gab. Verbunden durch den Sehnerv einer Zeit, der nun gerissen ist.»


Bis: 20.03.2010



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Ausgabe 3  2010
Institutionen Kenworthy-Ball [Zürich/Schweiz]
Künstler/in Pietro Mattioli
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