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Hinweis
4.2010




Berlin : Isaac Torres


  
Isaac Torres · Exchange Value, 2006, Serie von 6 Siebdrucken, je 28 x 21,5 cm


Wie fährt man kostenfrei mit dem öffentlichen Nahverkehr in Berlin? Antwort auf diese prekäre Frage, die den Ausstellungstitel «Exchange Value/Cambio di Valor/Gegenwert» anarchisch wendet, gibt der junge mexikanische Künstler Isaac Torres (*1982) in seiner ersten Ausstellung in Deutschland: mittels Bahnkarten mit manipuliertem Stempel. Torres gehört zu den wenigen postkonzeptuellen Künstlern, die sich nicht damit zufriedengeben, mehr oder weniger clever die jüngere Kunstgeschichte zu plündern oder ach so gefällige poetische Konstellationen zu kreieren. Stattdessen nutzt er konzeptuelle Methoden wie Recherche, Dokumentation oder Appropriation, durchaus in der Tradition eines Hans Haacke, um auf soziale Missstände hinzuweisen. Eben dies tat Torres auch in «100 acts»: Er fragte Mitbürger aus Mexico City nach den «schäbigsten» Tätigkeiten, die sie gegen Bezahlung geleistet hätten, und notierte 100 dieser Antworten auf je einem Blatt Papier. Insgesamt zeichnen die Blätter ein präzises Porträt der (a)sozialen Schattenseiten postmoderner Metropolen: den Penis öffentlich gezeigt, Drogen verkauft, Medikamente gestohlen ... Solche sozialen Schieflagen stehen auch in den weiteren Arbeiten der Ausstellung zur Diskussion. Na dann: Gute Fahrt in Berlin.

Bis: 10.04.2010



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Ausgabe 4  2010
Institutionen Alexandra Saheb [Berlin/Deutschland]
Künstler/in Isaac Torres
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