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Hinweis
4.2010




Bern : Tomas Kratky


von: Alice Henkes

  
Tomas Kratky · Ohne Titel, 1983, Kohlestift, 37 x 46 cm, Kunstmuseum Bern, Geschenk von Toni Gerber


Selbstporträts dienen oft der künstlerischen Selbsterkundung junger Künstler. Auch im Werk des jung verstorbenen Berners Tomas Kratky (1961-1988) spielen Selbstbildnisse und Porträts eine grosse Rolle. Kratky begann mit 20 Jahren zu malen, fünf Jahre später wurde ein Tumor diagnostiziert. Sein kleines Œuvre umkreist existenzielle Themen wie Tod, Geburt und Spiritualität. Einen dichten und sehr intimen Einblick in Kratkys Schaffen gibt die kleine Ausstellung, die Claudine Metzger im Graphischen Kabinett des Kunstmuseums Bern eingerichtet hat. Die Schau bedient sich überwiegend aus dem Konvolut an Zeichnungen, die als Schenkung Toni Gerbers an das Museum gelangten. Die kleinen, tagebuchartigen Blätter, mit Bleistift, Kohle oder Kugelschreiber und Aquarell gezeichnet, wirken wie der spontane Ausdruck inneren Erlebens. Oft sind die Blätter mit manischer Intensität bearbeitet worden. Gesichter wurden ausgelöscht, übermalt, geritzt, bis zur Auflösung des Papiers. Häufig finden sich rätselhafte Geburtsszenen und Figuren in Booten oder Särgen. Leider sind Kratkys Arbeiten meist undatiert, so lässt sich über den konkreten Bezug zur Biografie nur spekulieren. Sicher indessen ist ihre starke, unmittelbare Ausdruckskraft.

Bis: 25.04.2010



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Ausgabe 4  2010
Institutionen Kunstmuseum Bern [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Tomas Kratky
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