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Hinweis
4.2010




Locarno : Adrien Missika


  
Adrien Missika · Einfühlung, 2004-2010. Foto: Gdansk 2005


Die fotografischen Inszenierungen von Adrien Missika erzeugen aus vertrauten Ansichten ein ambivalentes Gefühl der Fremdheit. Was wir kennen, könnte höchst künstlich erzeugt und manipuliert sein: umfassende Selbstverständlichkeit aus der Retorte.Den Kern der Ausstellung in La Rada bildet der Abschluss eines jahrelangen Projekts, bei dem an den Rändern europäischer Städte mit einer schon etwas älteren Handykamera jene kubischen Strukturen aufgezeichnet wurden, die einst als Siedlungen mit sozialem Wohnungsbau eine Utopie von Häuslichkeit für alle versprachen. Zum panurbanen Panorama angeordnet, bilden ausgewählte Abzüge eine virtuelle Skyline, die überall und damit auch nirgendwo hingehört. Gross aufgezogen, zeigt der rasche, dokumentarische Clic des Passanten offen seine begrenzte Verbindlichkeit - im Pixelraster, der schlechten Auflösung und den Stellen der Unschärfe, an denen das Bild mehr verschweigt als es zeigt.
Über Jean-Frédéric Schnyder und Fischli/Weiss hinaus bildet sich in der Schweiz eine Tradition, den Vorstädten auf der Spur zu bleiben. Im Titel erinnert Missika an Wilhelm Worringers Kulturfaktor der «Einfühlung»: «ästhetischen Genuss als objektivierten Selbstgenuss» (1907). Als könnte mitten im virtuellen Panorama die Umzingelung durch Unwirtliches aufgebrochen werden...

Bis: 24.04.2010



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Ausgabe 4  2010
Institutionen la rada [Locarno/Schweiz]
Künstler/in Adrien Missika
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