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Hinweis
5.2010




Darmstadt : Joseph Maria Olbrich


von: Verena Kuni

  
Hessische Landesausstellung 1908, Postkarte Foto: Mathildenhöhe Darmstadt


Das bis in die Details durchgestaltete Gebäude der Mathildenhöhe und der hoch aufragende Hochzeitsturm bilden das Herzstück eines Ensembles, das die dort ausstellenden Künstler/innen immer wieder inspiriert. Nun wird endlich der Erbauer Joseph Maria Olbrich mit einer grossen Retrospektive gewürdigt. Seine Karriere begann 1897 mit einem Fanal: Dem Bau des Wiener Sezessionsgebäudes, das heute als Schlüsselwerk der Wiener Moderne gilt - von vielen Zeitgenossen jedoch mit Protesten bedacht wurde. Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen holte den jungen Architekten 1899 nach Darmstadt und betraute ihn mit der Realisierung der Künstlerkolonie.
Die sehenswerte Schau macht deutlich: Olbrichs Gestaltung bezog die Stadtplanung ebenso mit ein wie Architektur, Innenausstattung, Mobiliar und die Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Wie die Arts & Crafts-Bewegung um William Morris und später das Bauhaus wollte Olbrich Kunst in alle Bereiche des Lebens integrieren -
und erschwinglich machen: Seine Designs sollten industriell herstellbar sein. Wenn er anders als Morris und die Bauhäusler zeitweilig aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte, ist dies wohl vor allem seinem frühen Tod geschuldet. Denn dass seine Gestaltung bis heute nichts an Strahlkraft verloren hat, belegt anschaulich nicht nur die Ausstellung - sondern auch die Mathildenhöhe selbst. Ein begehbares Gesamtkunstwerk, 365 Tage im Jahr.

Bis: 24.05.2010



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Ausgabe 5  2010
Institutionen Institut Mathildenhöhe [Darmstadt/Deutschland]
Autor/in Verena Kuni
Künstler/in Joseph Maria Olbrich
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