Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
5.2010




München : Ed Ruscha


von: Ralf Christofori

  
Ed Ruscha . It's Only Vanishing Cream, 1973, 2009. Foto: Paul Ruscha


Ed Ruscha sei «ein Juckreiz in seinem Hirn», an den er sich nie gewöhnen würde. So beschrieb der Kunstkritiker Peter Schjeldahl einmal sein Verhältnis zu den Werken des amerikanischen Künstlers. Die Crux: Niemand könne gleichzeitig schauen und lesen, so Schjeldahl. Aber Ed Ruscha zwingt den Betrachter dazu. Er setzt Begriffe auf grossformatige Leinwände und malträtiert sie mit kleinen Schraubzwingen. Dann wieder unterlegt er die Worte mit Bildmotiven. In anderen Werken, die ohne Schrift auskommen, wirken selbst die Motive wie Zeichen. Die Ausstellung von Ed Ruscha im Haus der Kunst, München, zeigt einen konzentrierten, aber umfassenden Ausschnitt aus dem malerischen Werk des 73-jährigen Amerikaners. Darunter befinden sich Ruschas wohl berühmtestes Werk «Annie», das er 1962 aus einem Comicstrip auf die Leinwand holte, sowie zahlreiche Bild- und Textreferenzen auf die Traumfabrik Hollywood. Des Künstlers «Romanze mit Flüssigkeiten» treibt seltsame Blüten aus Heilsalbe, Eidotter und Schellack. Zu keinem Zeitpunkt aber ist Ruschas Malerei reiner Selbstzweck. Ja, vielleicht ist sie einfach nur die seriöseste Form für seine eigenwilligen und herrlich augenzwinkernden Wort-Bild-Botschaften. Man schaut und liest und es juckt in einem fort.

Bis: 02.05.2010



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 5  2010
Institutionen Haus der Kunst München [München/Deutschland]
Autor/in Ralf Christofori
Künstler/in Ed Ruscha
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=100503132114KYT-28
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.