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5.2010




Winterthur : Subversion der Bilder


von: Ralf Christofori

  
Subversion der Bilder, Ausstellungsansicht. Foto: Christian Schwager


Sieben Tage lang hatte sich Gott für die Schaffung der Dingwelt Zeit genommen. Noch einen Tag länger und er hätte womöglich deren Innerstes nach aussen gekehrt und unfreiwillig den Surrealismus erfunden. Das zumindest suggeriert der kleine Silbergelatine-Abzug von René Magritte mit dem Titel «Gott am 8. Tag, Brüssel». So weit kam es bekanntlich nicht oder zumindest erst vor knapp 100 Jahren. Die Surrealisten waren keine Götter, sondern ein illustrer Kreis von Künstlern, deren «stärkste Triebfeder» laut André Breton darin bestand, die «Sichtweise zu verändern». Die Ausstellung «Subversion der Bilder» im Fotomuseum Winterthur geht dieser Triebfeder nach - und beweist vom ersten bis zum letzten Exponat, wie sehr André Breton untertrieben hatte. Mehr als 400 Fotografien, Filme und Dokumente umfasst die glänzende Schau, darunter die fotografischen Ikonen von Man Ray, Hans Bellmer, Raoul Ubac, Dora Maar und Claude Cahun; aber auch vermeintliche Randnotizen von Eli Lotar oder Max Servais. Brassaïs Bilder ziehen eine Grenze zwischen intentionaler und unbewusster Poesie - eine Grenze, die die Fotografie des Surrealismus mal technisch, mal bildnerisch überschreitet - immer aber mit Blick auf die Fantasiebegabung des Betrachters.

Bis: 23.05.2010



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Ausgabe 5  2010
Institutionen Fotomuseum Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Ralf Christofori
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