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5.2010




Winterthur : Marianne Breslauer


  
Marianne Breslauer . Freizeit eines arbeitenden Maedchens, Berlin 1933 (c) Fotostiftung Schweiz


Die Frau im dunkel gepunkteten Kleid hat wohl Zimmerstunde. Sie liegt auf ihrem Bett, auf dem Nachttisch steht die leere, weiss-rot getupfte Kaffeetasse. Mit den hinter dem Kopf verschränkten Armen könnte sie auch einem Gemälde von Vallotton, Goya oder Manet entsprungen sein. Posiert sie oder wurde sie überrascht? Was hier wie selbstverständlich wirkt, ist aufs Genauste inszeniert. Regie führte die Fotografin Marianne Breslauer (1909-2001) im Auftrag einer Illustrierten für einen Beitrag zum Titel «Freizeit eines arbeitenden Mädchens». Die Aufnahme ist Teil einer Retrospektive der in Berlin geborenen und 1939 in die Schweiz emigrierten Fotografin. Ihre intimen Porträts sowie die atomsphärischen Grosstadtaufnahmen verraten einen ästhetisch geschulten Blick sowie Sinn für Stil und Eleganz. So auch die Fotos mit Annemarie Schwarzenbach, die sie im Auftrag einer Agentur 1933 auf eine Reise nach Spanien begleitete. Das Porträt der unverwandt in die Kamera blickenden Schriftstellerin ist längst zu einer Ikone geworden. So bestimmt Breslauers Fotografien sind, so unvermittelt setzte sie ihrer Karriere 1937 nach der Heirat mit dem Kunsthändler Walter Feilchenfelt ein Ende - weil sie, laut eigenen Angaben, das Medium ausgereizt hatte.

Bis: 30.05.2010


, Nimbus Verlag, 2010



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Ausgabe 5  2010
Institutionen Fotostiftung Schweiz [Winterthur/Schweiz]
Künstler/in Marianne Breslauer
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