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Editorial
6.2010





  
Gabriel Orozco · My Hands Are My Heart, 1991, C-Print, 23,2 x 31,8 cm, Courtesy Marian Goodman Gallery, New York


Mit dem Titelbild erlauben wir uns ein journalistisches Sakrileg: Mit der bereits vor 15 Jahren publizierten Aufnahme «My Hands Are My Hart» von Gabriel Orozco wiederholen wir uns! Der Künstler war damals erst über eine Handvoll Einzelausstellungen, mehrheitlich in den USA, bekannt. Für unseren Beitrag konnten wir deshalb nur einen englischsprachigen Autor motivieren und die Bilder erhielten wir von einer einzigen Galerie.
Diesmal ist alles anders. Die Ausstellung findet im Kunstmuseum Basel statt, die Fotos trieben wir aus unterschiedlichen Quellen auf: dem Museum, dem äusserst kooperativen Hatje Cantz Verlag, der Galerie Marian Goodman und dem Fotografen D. James Dee. Und doch sind es immer noch dieselben Bilder, die gemäss unserem damaligen Kritiker Anthony Iannacci den Wunsch spiegeln, «die Unterscheidung zwischen «uns» und «ihnen», dem Künstler und dem Betrachter niederzureissen». Vielleicht ist dies der Grund, dass uns Orozco auch heute noch so anspricht, dieses latente Gefühl der Abwesenheit, die stille Aufforderung, die Spuren einer menschlichen kreativen Präsenz in den Fotos und Skulpturen zu finden - stellvertretend für die eigene Lebensspur.
Wenn wir Orozco nun erneut einen prominenten Platz einräumen, so möchten wir damit auch unseren langjährigen Leserinnen und Lesern zuzwinkern, die oft früh mitkriegen, was vielleicht erst viel später einen Platz im kollektiven Bildgedächtnis findet. Eine nächste Gelegenheit, in der Flut des Gebotenen künstlerische Positionen von besonderer Kraft aufzuspüren, bieten im Juni parallel zur Art Basel die «Swiss Art Awards». Den Katalog zu den Preisträgern wird Ihnen das Bundesamt für Kultur Ende Jahr als Beilage des Kunstbulletins zukommen lassen. Claudia Jolles



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Ausgabe 6  2010
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