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Hinweis
6.2010




Kassel : Thomas Zipp


von: Anne-Kathrin Auel

  
Thomas Zipp · (White Reformation Co-op) Mens sana in corpore sano», 2010, Ausstellungsansicht Kunsthalle Fridericianum. Foto: Roman März


Nicht vorhandene Wände sind ein gleichermassen simples wie ausdrucksstarkes Bild für psychische Labilität. Bei Thomas Zipps Ausstellung «(White Reformation Co-op) Mens sana in corpore sano» ist deren Fehlen besonders evident, weil innerhalb seiner Installation genau dort Bilder platziert wurden, wo sich eigentlich Wände befinden müssten. Die Orientierungslosigkeit, die Wahrnehmungsstörungen von Patienten in einer psychiatrischen Anstalt, wird durch Uhren wiedergegeben, die in den Fluren hängen. Im Vergleich zur aktuellen Zeit gehen die ausgestellten Messgeräte nicht nur falsch, sondern zudem auch unterschiedlich. Zipp sieht in seiner suggestiven Architektur zwei grundverschiedene Formen der Einbeziehung des Publikums vor: Während in einer Gummizelle der Zustand der Isolation nachempfunden werden kann, animiert ein Handapparat, in dem sich von Luthers Tischreden über Sigmund Freuds Traumdeutung auch Titel wie «Amors Pflanzenkunde» oder Publikationen zum Thema Cannabis finden, zur Lektüre. So kommen - wie im Ausstellungstitel vorgegeben - sowohl Körper als auch Geist auf ihre Kosten. Trotz unterschiedlicher Ansätze lassen sich Parallelen zu Gregor Schneider ebenso finden wie zu dem zuvor und ebenfalls im gesamten Gebäude präsentierten Christoph Büchel.

Bis: 13.06.2010



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Ausgabe 6  2010
Ausstellungen Thomas Zipp [13.03.10-13.06.10]
Institutionen Kunsthalle Fridericianum [Kassel/Deutschland]
Autor/in Anne-Kathrin Auel
Künstler/in Thomas Zipp
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