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6.2010




Rapperswil : Gertrud von Mentlen


von: Annelise Zwez

  
Gertrud von Mentlen · Gegenteiliges, 1981, Radierung, 16 x 18,5 cm


Heinrich Danioth hat sie als Mädchen in Altorf gemalt, Max von Moos hat ihr Kunstschaffen geprägt, und Gerold Späth hat ihr Mut gemacht, ihre Visionen zu visualisieren. Gertrud von Mentlen (1927-2006) hat eine klassische Künstlerinnen-Biografie des 20. Jahrhunderts. Als junge Frau voller Tatendrang gerät sie in den Konflikt zwischen Tradition und Aufbruch. Erst mit der Frauenbewegung nimmt sie in den späten Siebzigerjahren auf, was in Zeichnungen schon bereit lag, und entwickelt ein druckgrafisches, aber auch malerisches Werk. Das Figürliche steht im Zentrum, skizzenhaft, körperbetont, expressiv, gleichzeitig auch surreal-erzählerisch, gesellschafts- und umweltkritisch. 1989 wird das Werk in Altorf erstmals im Überblick gezeigt und es erscheint eine Monografie. Jetzt ist der Nachlass in eine Stiftung überführt und von Fanny Vogler teilweise aufgearbeitet. Die erste Hommage nach dem Tod der Künstlerin will ihr Schaffen in Erinnerung rufen und, dem Stiftungszweck entsprechend, mit Verkaufserlösen junge Urner Kunst fördern. Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten auf Papier, kommt in der Inszenierung aber nicht über ein Ausbreiten hinaus. Höhepunkt ist eine kompakte Reihe von Selbstporträts (um 1980), welche die Künstlerin hinter einer grossen Brille versteckt mit scharfem, unerschrockenem Blick zeigen.

Bis: 27.06.2010



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Ausgabe 6  2010
Ausstellungen Gertrud von Mentlen [23.04.10-27.06.10]
Institutionen Alte Fabrik [Rapperswil-Jona/Schweiz]
Autor/in Annelise Zwez
Künstler/in Gertrud von Mentlen
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