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Hinweis
6.2010




Zürich : Mitzi Pederson / Alexander Wolff


von: Dominique von Burg

  
links: Mitzi Pederson, Alexander Wolff · Ausstellungsansicht Anne Mosseri-Marlio Galerie, Zürich. Foto: Stefan Altenburger
rechts: Alexander Wolff · 2010, 250 x 187,5 cm, Courtesy Anne Mosseri-Marlio Galerie, Zürich/Ben Kaufmann Galerie, Berlin. Foto: Stefan Altenburger


Mitten im Galerieeingangsbereich stösst der Besucher unvermittelt auf einen spinnwebartigen, schwebenden Raumteiler, der an der Decke fixiert ist. Darin hängen einzelne oder zu Kreuzen verstrebte Hölzer. Die Kreuzungspunkte der Garnfäden sind mit blauen und schwarzen Wollfäden markiert. Da wird man gleich an im Netz hängen gebliebene Insekten erinnert. So zart, subtil und anspruchslos das Objekt auch wirkt, so sehr beansprucht es Raum und lebt vom hindurchscheinenden Licht. Mal am Boden liegend, mal an der Wand oder mitten im Raum aufgestellt, muten die meist aus Holzstäben und Garnfäden konstruierten Objekte von Mitzi Pederson (*1976, Stuart, Florida) wie Wand- oder Raumzeichnungen an. Die Komponenten der Objekte sind meist in einem labilen Gleichgewicht gehalten.
Die Objekte umtanzen gleichsam die in der Raummitte platzierte Bodenarbeit, «Tree», 2010. Daran hat auch Alexander Wolff (*1976, Osterburg) mitgewirkt. Wie der Titel nahelegt, wird mit der unregelmässig runden, schwarzen Form ein Baumstumpf evoziert. Zusammen mit Pedersons Holzobjekten fächert «Tree» den Galerieraum auf. Diese erdhaft anmutende Arbeit kontrastiert auffallend mit den ansonsten fragilen, ephemeren Arbeiten der beiden Künstler.
Auch Alexander Wolff vermittelt seinen Bildern einen provisorischen, zufälligen und prekären Charakter, indem er farbige oder gemusterte Textilstücke aus Filz und Male­reistoffe wie Baumwolle, Leinwand, Leinen zusammennäht und scheinbar nur lose am Bildgrund befestigt. Dadurch erhält die Komposition die skulpturale Qualität eines Reliefs. Die Stoffnähte deuten Linien an oder lassen malerische Gesten anklingen. Wenn Wolff Strukturen aus sich überschneidenden Linien schafft, stört er durch kleine Differenzen die Symmetrien und die Positiv- und Negativsetzungen einzelner Flächen. Zudem irritiert auch die Materialität der einzelnen Elemente mit ihren zahlreichen Referenzen. Dabei analysiert der Künstler nichts weniger als die abstrakte Formensprache der Malerei. Seine Bilder bilden im Zusammenklang mit den filigranen Objekten von Mitzi Pederson prägnante Metaphern für unsere relative und flüchtige Existenz.

Bis: 05.06.2010



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Ausgabe 6  2010
Ausstellungen Mitzi Pederson, Alexander Wolff [16.04.10-05.06.10]
Institutionen Anne Mosseri-Marlio Galerie [Basel/Schweiz]
Autor/in Dominique von Burg
Künstler/in Mitzi Pederson
Künstler/in Alexander Wolff
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