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Fokus
7/8.2010


 Auf den kritischen Artikel von Dieter Schwarz unter dem Titel ‹Wem dient ProLitteris?› meldet sich erwartungsgemäss auch die kritisierte Urheberrechtsgenossenschaft. Wir publizieren einen Auszug aus der Entgegnung von Werner Stauffacher, Vizedirektor ProLitteris Zürich.


Recht - Replik der ProLitteris


von: Werner Stauffacher



«(...) 2. In den Verhandlungen hat die ProLitteris in einigen Punkten Entgegenkommen für die Tätigkeit der Kunstmuseen gezeigt. Die Vereinigung hätte also etwas erreichen können.
4. Auch wenn das schweizerische URG keine Bestimmung enthält, wonach Museen aufgrund ihrer Aufgabe der Kunstvermittlung an die Öffentlichkeit für alle von ihnen im Zusammenhang mit einer Ausstellung durchgeführten Nutzungen von Urheberrechtsentschädigungen freigestellt sein sollen, behandelt die ProLitteris im Bild-Tarif die Museen bevorzugt mit ausserordentlichen Abschlägen auf die für die übrigen Nutzer geltenden Ansätze. Zudem bieten wir jedem Kunstmuseum in der Schweiz Verträge an, in denen die Bedingungen nochmals verbessert werden.
5. Die Aufgabe der ProLitteris besteht gemäss Statuten darin, die ihr von den rund 100'000 einheimischen und internationalen Berechtigten übertragenen Rechte im Sinne des URG wahrzunehmen und ihnen die für Werkverwendungen zustehenden Entschädigungen auszuzahlen. Dabei ist die ProLitteris sowohl an die Mitgliederverträge wie auch an die Gegenseitigkeitsverträge mit den ausländischen Schwestergesellschaften gebunden. Wir können daher nicht einfach von uns aus einem bestimmten Nutzerkreis nach Gutdünken Ausnahmen zugestehen.
6. Die ProLitteris finanziert aus den Entschädigungen keineswegs einen Kontroll­apparat, sondern zahlt im Bildbereich 80% (in Worten: achtzig) der Einnahmen an die Berechtigten aus, 10% gehen an die Urheberfürsorgestiftung und weitere 10% an den Verwaltungsaufwand. (...)»
Kommentar der Redaktion
Die Erfahrungen von Dieter Schwarz decken sich mit denjenigen der Redaktion des Kunstbulletins. Trotz viel juristischer Rhetorik sind wir zu keiner praxistauglichen Lösung gekommen und bilden deshalb keine urheberrechtspflichtigen Werke mehr ab, sofern sie nicht an eine aktuelle Ausstellung oder Veranstaltung gekoppelt sind (Aktualitätsprivileg).



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Ausgabe 7/8  2010
Autor/in Werner Stauffacher
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