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7/8.2010




Basel/Riehen : Jean-Michael Basquiat


von: Yvonne Ziegler

  
Jean-Michel Basquiat · Cassius Clay, 1982, Acryl und Ölkreide auf Leinwand auf Holz, 106 x 104 cm, 2010. © ProLitteris, Courtesy Sammlung Bischofberger


Jean-Michael Basquiat (1960-1988) spielte in der New Yorker Kunstszene der Achtzigerjahre die Rolle eines Art-Brut-Künstlers. Analog zu Jean Dubuffet schuf er aus einem ganz eigenen Blickwinkel antikünstlerische Werke, die das Umfeld in Vibration versetzten: authentisch und expressiv, individuell in Stil, Ikonografie und Themenwahl. Die grosse Retrospektive in der Fondation Beyeler teilt sein nur kurzes Œuvre in fünf Werkphasen ein. Das wirkt etwas bemüht, doch macht deutlich, dass Basquiat durchaus strategisch handelte. Seine poetischen Graffiti brachte er in den Strassen der grossen Galerien an, seine Kunst verkaufte er auf Postkarten und T-Shirts. Und als dem Autodidakten afroamerikanischer Abstammung 1981 der Durchbruch gelang, arbeitete er weiterhin vorzugsweise auf provisorischen Leinwänden, Paletten und Fensterrahmen. Techniken von Jasper Johns, Robert Rauschenberg und Andy Warhol integrierte er in seine geschichteten Malereien in krakeligem Hieroglyphen-Stil, in welchen sich Kunst- und Zeitgeschehen auf besondere Weise spiegelten. Neben Gemälde, die von einem Horror vacui getrieben scheinen, entstehen auch beinahe monochrome Bilder: etwa die Hommage an schwarze Boxer oder die Kreideschallplatte zu Ehren Charlie Parkers auf schwarzer Tafel.

Bis: 05.09.2010



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Ausgabe 7/8  2010
Ausstellungen Basquiat [09.05.10-05.09.10]
Institutionen Fondation Beyeler [Basel/Riehen/Schweiz]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Jean-Michel Basquiat
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