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7/8.2010




Luzern : Stefan à Wengen


von: Niklaus Oberholzer

  
Stefan à Wengen · Ohne Titel, 2006, Acryl auf Leinwand, 127 x 87 cm


Es sind Bilder von unwirklich anmutender Düsternis, die Stefan à Wengen (*1964, Basel, lebt in Düsseldorf) in der von Christoph Lichtin betreuten Ausstellung zeigt. Dass es sich um höchst disziplinierte Acrylmalerei handelt, die von Fotografien ausgeht und sie in vielen Schritten verändert, ist das eine. Doch das Hauptgewicht liegt auf deren Inhaltlichkeit. Davon gehen allfällige Irritationen aus - so in den «49 Geisterporträts»: Gelblich-graue Bildnisse anonymer Männer, in die der Künstler die Augen von Schwerverbrechern, Tyrannen, Diktatoren setzte - als unbeantwortbare Frage nach Herkunft und Ursache des Bösen.
Ähnlich irritierend wirkt die Serie «Mission». Stefan à Wengen weilte längere Zeit in Papua-Neuguinea und untersuchte zusammen mit
einem Ethnologen den Alltag der Einheimi­schen sowie das komplexe Problemfeld der Kulturbeziehung. Doch statt wie viele europäische Künstler «exotische» Kunst als Inspirationsquelle zu nutzen, setzt à Wengen umgekehrt in Malereien von treibhausartigen Regenwald-Szenerien mit Behausungen von Ureinwohnern abstrakte Arp-Skulpturen wie Gartenschmuck. Unheimlich wirkt schliesslich auch das fotorealistisch gemalte, aber grell-violett verfremdete Bild eines Affen, der schamlos-unschuldig sein Genital zur Schau stellt.

Bis: 01.08.2010


Publika­tion der Binding Sélection d'Artistes



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Ausgabe 7/8  2010
Ausstellungen Olaf Breuning, Stefan à Wengen [30.04.10-01.08.10]
Video Video
Institutionen Kunstmuseum Luzern [Luzern/Schweiz]
Autor/in Niklaus Oberholzer
Künstler/in Stefan à Wengen
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