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7/8.2010




Hamburg : Klimakapseln


von: Verena Kuni

  
Haus-Rucker-Co, Oase Nr. 7 (documenta 5) 1972 / Hamburg 2010. Foto: Dennis Conrad


Während Politiker gern über Klimaschutzmassnahmen diskutieren, um diese dann in ferne Zukunft aufzuschieben, wird in anderen Feldern weniger Zurückhaltung geübt. Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe versammelt die Ausstellung «Klimakapseln» Modelle fürs «Überleben in der Katastrophe» vor. Hierzu zählen nicht nur utopische Entwürfe für Fluchtburgen wie die auf den ansteigenden Weltmeeren treibenden Inselstädte von Vincent Callebaut oder Tomás Saracenos in die Wolken wuchernden Netzwerk-Architekturen. Sondern auch solche von durchaus realem Gebrauchswert wie die Schutzzelt-Kleider für Flüchtlinge und Obdachlose von Lucy Orta oder von Michael Rakowitz sowie der «Alluvial Sponge Comb» von Anderson Anderson Architecture, der Küstenstädte vor Überflutungen bewahren soll.
Neben aktuellen Beiträgen hat Kurator Friedrich von Borries mit Arbeiten von Archigram, Haus-Rucker-Co, Ant Farm und Gustav Metzger zudem einen historischen Horizont eingezogen. Während Erstere in ihren Kapselwelten Techno-Utopien feiern, genügt Metzger ein profanes Pendant: das Auto. Eigentlich sollen in seinem Projekt «Stockholm» dessen Abgase einen Lufthüllenquader explodieren lassen - was bis dato jedoch stets scheiterte. Ob nur zynischer Zufall oder kluges Kalkül des Künstlers: Das Versagen des Klimakillers in seinem ureigenen Metier ist ein denkbar gelungenes Bild.

Bis: 08.08.2010



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Ausgabe 7/8  2010
Ausstellungen Klimakapseln [27.05.10-12.09.10]
Autor/in Verena Kuni
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