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9.2010




Bern : Chantal Michel


von: Alice Henkes

  
Chantal Michel · Honig, Milch und erste Veilchen, 2010, Videostill


«Honig, Milch und erste Veilchen». Der poetische Titel klingt typisch für Chantal Michel (*1968). Die Thuner Künstlerin überrascht in ihrer Videoinstallation zum Werk Albert Ankers mit einer überzeugend klaren Bildsprache. Anlässlich der Anker-Retrospektive im Kunstmuseum Bern bat Kathleen Bühler, Kuratorin der Abteilung Gegenwart, Chantal Michel um eine Auseinandersetzung mit dem vor 100 Jahren verstorbenen Maler. Michel hat sich in Foto- und Videoarbeiten schon mehrfach mit historischen Kunstpositionen beschäftigt. In Fotoserien wie «Die Sage von Lichtenberg», 2008, inszenierte sie sich selbst in schwelgerischen Kostümen. Ihre neue Videoinstallation verzichtet indes auf Dekors. In einem dunklen Raum laufen über sechs Projektionsflächen 40 Videosequenzen, die einzelne Motive aus Anker-Bildern zitieren: Holzperlen und Dominosteine, Eier, Brot, Strickzeug, das unter weis­sen, scheinbar körperlosen Händen klappert. Licht wie Traumbilder, leuchten die Gegenstände vor einem schwarzen Hintergrund, der die alltäglichen Objekte ins Symbolische hebt. In dieser radikalen Reduziertheit findet Michel einen Weg zu Anker, der nicht in Nostalgie verharrt, sondern seine Bildwelt durchdringt. Zeitgleich ist die Künstlerin mit einer Installation im Schloss Kiesen präsent.

Bis: 31.10.2010



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Ausgabe 9  2010
Ausstellungen Chantal Michel [13.06.09-31.10.09]
Institutionen Kunstmuseum Bern [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Chantal Michel
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