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9.2010




Winterthur : Schatzmanisierung


von: Lucia Angela Cavegn

  
Erwin Schatzmann · Waldeggsee Winterthur, 1998, Postkarte


Erwin Schatzmann (*1954, Agasul ZH) ist der wohl umstrittenste Winterthurer Künstler. 1999 sorgte er mit seiner See-Initiative für Schlagzeilen, 2008 mit der halblegalen Platzierung einer geschnitzten Sitzbank. Erwin Schatzmann polarisiert, auch mit seinem Äusseren. Lange wurde er mit seinen figurativen, bunt bemalten Holzfiguren – Göttinnen, Zwerge, Wegkreuze, Möbel – in die Kitsch-Ecke gestellt; kaum jemand interessierte sich für sein Schaffen. Erwin Schatzmann schnitzt, näht, malt, schreibt Aphorismen und tendiert dazu, alles seinem Gestaltungswillen zu unterwerfen. Selten trifft der Begriff des Lebens- und Gesamtkunstwerks dermassen zu wie bei diesem Künstler. Grundsätzlich mit dem Aussehen dieser Welt nicht einverstanden, entwirft Schatzmann Visionen zur Verschönerung des Lebens(raums): «Mein Anliegen ist ein politisches, das ich mit den Mitteln der Kunst vertrete.» Der Schatzmanisierung haftet durchaus etwas Manisches an, sie mutet an wie eine Weltaneignung aus dem Gefühl des Unbeheimatet-Seins. Nichtsdestotrotz fasziniert sein Werk durch ausserordentliche Originalität, Vielseitigkeit und Kohärenz. Erwin Schatzmann lebt ganz für und von seiner Kunst. Die Einzelausstellung in der Kunsthalle Winterthur erschliesst nun endlich diesen Kosmos

Bis: 26.09.2010



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Ausgabe 9  2010
Ausstellungen Erwin Schatzmann [22.08.10-26.09.10]
Institutionen Kunsthalle Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Erwin Schatzmann
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