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11.2010




Paris : Les Vigiles, les Menteurs, les Rêveurs


von: J. Emil Sennewald

  
Les Vigiles, les Menteurs, les Rêveurs, 2010. Foto: Martin Argyroglo


Das Thema der Rückgewinnung von Realität - gemeint als politische, soziale, gelebte Wirklichkeit - ist rekurrent im Ausstellungsbetrieb. Ob naiv-aktivistisch oder durchdacht-poetisch, von Berlin bis Paris bewegt die alte Frage neu: Wie handeln? Im letzten Teil seiner Ausstellungstrilogie zu Kunst, Wissen und Wirken präsentiert Guillaume Desanges nun im Kunstzentrum Le Plateau eine erneut produktive Lösung. Abgekoppelt vom reinen Präsentationsbetrieb, kombiniert er Werke, die - vom aufgefundenen Propaganda-Gemälde französischer Sozialisten bis zu Arbeiten des russischen Widerstands - in Austausch treten. Die Wachsamen, die Lügner, die Träumer setzen sich mit gesellschaftlichen Formen der Aktion und des Wissens auseinander, indem sie Fakten poetisch verändern oder neu kontextualisieren. Solch künstlerischer Reflexion stellt Desanges die Emanzipation des Zuschauers zur Seite. Gestützt auf Jacques Rancières Aufhebung der Hierarchie zwischen acteur und spectateur, entwirft die auf Interaktion orientierte Ausstellung den spectacteur. Das ist kein Rückfall zum museumspädagogisch angeleiteten Mitmach-Besucher, sondern Einladung zum gemeinsamen Denken. Dass dabei die Werkerfahrung mager und viel zu lesen und zu lernen bleibt, ist dem kuratorischen Ansatz eigen, der Kunst als Denkkatalysator einsetzt.

Bis: 14.11.2010



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Ausgabe 11  2010
Ausstellungen Les vigiles, les menteurs, les rêveurs [15.09.10-14.11.10]
Institutionen Le Plateau [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
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