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11.2010




Zürich : Carl Wilhelm Kolbe


von: Dominique von Burg

  
Carl Wilhelm Kolbe · Fantastische, tote Eiche in einem Gehölz, um 1828-35, Radierung, 35 x 51 cm, Courtesy Anhaltische Gemäldegalerie Dessau


Ein Satyr watet mit zwei Kindern durch den Fluss in einer üppig wuchernden, fantastischen Waldlandschaft. Die Szene mit gigantischen Bäumen und däumlingsgrossen Figuren könnte einem Fantasyfilm entsprungen sein. Dennoch hat man das Gefühl, man sei mitten in der Natur. Der Dessauer Landschaftsgrafiker Carl Wilhelm Kolbe (1759-1835) schuf seine Kompositionen frei aus der Erinnerung. Dabei floss auch der Zeitgeist um 1800 ein. So liess ihn sein Bedürfnis, die Wirkkräfte der Natur zu erfassen, die realen Massstäbe missachten. Gleichzeitig schwelt hinter seinen arkadischen Wunschlandschaften mit den frei erfundenen hypertrophen Blättern und Bäumen die Hoffnung auf eine neue Freiheit. Von 1805 bis 1808 weilte Kolbe in Zürich, um Radierungen nach den hinterlassenen Gouachen des 1788 verstorbenen Maler-Poeten Salomon Gessner anzufertigen. Hier vollzog sich der Sprung zum professionellen Zeichner. Schon früh hatte er sich vom herrschenden Geschmack abgesetzt. Lange Zeit blieb Kolbe unterschätzt, obwohl er einen wesentlichen Beitrag zur Grafik zwischen Sturm und Drang und Romantik geleistet hat, der weit über seine Epoche reichte und geradezu visionär auf den Symbolismus und Surrealismus hinwies.

Bis: 28.11.2010



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Ausgabe 11  2010
Ausstellungen Carl Wilhelm Kolbe [10.09.10-28.11.10]
Institutionen Kunsthaus Zürich [Zürich/Schweiz]
Autor/in Dominique von Burg
Künstler/in Carl Wilhelm Kolbe
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