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Hinweis
12.2010




Basel/Riehen : Wien 1900


von: Hans-Dieter Fronz

  
Kabarett Fledermaus, Installationsansicht Fondation Beyeler, Wien 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit. Foto: Hasenböhler Serge, Basel


Eine Epoche gleichsam wird besichtigt. Entsprechend breit angelegt und facettenreich kommt die Schau "Wien 1900. Klimt, Schiele und ihre Zeit" daher. Neben 200 Kunstwerken bietet die Fondation Beyeler rund 100 Objekte, Möbel und Gebrauchsgegenstände aus Glas und Silber auf. Das macht Sinn, wurde der Aufbruch Wiens in die Moderne auf dem Gebiet der Kunst doch flankiert von Architekten, Designern und Kunsthandwerkern.
Natürlich stellt Gastkuratorin Barbara Steffens aus der Donaumetropole die Künstler in den Vordergrund. Gustav Klimt ist mit rund 50 Gemälden und Zeichnungen, Egon Schiele mit an die 70 Bildern und Aquarellen vertreten; dazu sind Bilder von Oskar Kokoschka, Richard Gerstl und Arnold Schönberg zu sehen. Eine Kopie von Klimts berühmtem Beethoven-Fries tapeziert zur Einstimmung den Foyerraum des Museums. Die Kühnheiten seiner Bildsprache mit ihrer wuchernden Ornamentik und der poetischen Überhöhung des Realen finden mannigfache Entsprechungen in den Gemälden. Sind aber Klimts Frauengestalten in einer Sphäre träumerischer Erotik verortet, kreist in Schieles Aktdarstellungen beinah obsessiv alles ums entblösste weibliche Geschlecht. Der Sexus feiert - freilich melancholisch verschattet - Triumphe: In Schieles expressiven Akten dominieren Morbidität und Verfall.

Bis: 16.01.2011



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Ausgabe 12  2010
Ausstellungen Wien 1900 [26.09.10-09.01.10]
Institutionen Fondation Beyeler [Basel/Riehen/Schweiz]
Autor/in Hans-Dieter Fronz
Künstler/in Gustav Klimt
Künstler/in Egon Schiele
Künstler/in Oskar Kokoschka
Künstler/in Richard Gerstl
Künstler/in Arnold Schönberg
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