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12.2010




Bern : The Idea of Africa (re-invented)#1


von: Yvonne Ziegler

  
J.D. Okhai Ojeikere · Old Marina - Lagos, 1965, Fotografie


Niemand ist frei von Klischeevorstellungen. Die Werke afrikanischer Künstler irritieren: Keine Bilder von strohgedeckten Hütten, Unterernährung, Ölkrieg oder Korruption. Stattdessen poetische Schwarzweissfotografien moderner Architektur aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, jener Zeit als 17 afrikanische Staaten ihre Unabhängigkeit erhielten und den Schritt in eine eigene Moderne antraten. Die klaren, Strukturen von Stadt und Raum zeigenden Fotografien J.D. Okhai Ojeikere sind hier kaum bekannt, denn sie bedienen das gängige Afrikabild nicht. Ganz im Gegensatz zu seinen Fotografien afrikanischer Frisuren, die auf der letzten Documenta zu sehen waren. Die lose Künstlergruppe Invisible Borders, die immer wieder auf dem Landweg durch Afrika reist, verdeutlicht, dass Afrikas Grenzen am Reissbrett gezogen wurden: Sie sind vor Ort unsichtbar, stimmen mit keinerlei topografischer Begebenheit überein. Ein Grenzposten steht mitten in der Pampa. Die fragmentarische Reisedokumentation lässt die Facetten Afrikas greifbar werden. Im Filmraum trifft man auf gewohnte Medienbilder, ist fasziniert von den Menschen, die in der überbordenden Stadt Lagos selbstorganisierte Wirtschaftstrukturen schaffen. Kreativität statt Wohlfahrtsstaat.

Bis: 05.12.2010



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Ausgabe 12  2010
Ausstellungen David Adjaye, J. D. Okhai Ojeikere [21.10.10-05.12.10]
Institutionen Kunsthalle Bern [Bern/Schweiz]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in J. D. Okhai Ojeikere
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