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12.2010




Bregenz : Harun Farocki


von: Ursula Badrutt Schoch
von: Harun Farocki

  
Harun Farocki · Immersion, 2009, Ausstellungsansicht 1. OG, Kunsthaus Bregenz. Foto: Markus Tretter


Junge Menschen sitzen im Schulungsraum und üben den Krieg. Watson stirbt virtuell. Resigniert sinkt er vor dem Monitor in den Stuhl. Im richtigen Leben wäre er tot. "Watson ist hin" ist eine der vier, unter "Ernste Spiel" zusammengefassten neuen Arbeit von Harun Farocki (*1944). Auch in "Immersion" sehen wir junge Menschen und wie sie mithilfe einer Filmbrille und dem beharrlichen Fragen einer Therapeutin in die Kriegsgeschehnisse eintauchen, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Erst allmählich kapieren wir, dass es sich um ein Fortbildungsseminar für Militärpsychologen handelt.
Es geht um Kriege, um aktuelle Kriege. Aber es geht auch um das Sehen, um die Verbindungen und Brüche zwischen verschiedenen Realitäten, zwischen realen und simulierten Welten. "Weiche Montagen" nennt Harun Farocki seine grosse Einzelausstellung in Bregenz, in der mit etwa 35 Arbeiten gut ein Drittel seines gesamten Schaffens zu sehen ist. Die präzisen Verbindungen und Schnitte innerhalb der einzelnen Arbeiten, aber auch in der Gesamtinszenierung decken Zusammenhänge auf zwischen der Konsumwelt und der Kriegsindustrie sowie dem Bemühen, das Leben immer genauer in den Griff zu bekommen. Die Beziehung zum lebenden Menschen kommt zugunsten einer computeranimierten und strategiegeprägten Welt zunehmend abhanden.

Bis: 09.01.2011



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Ausgabe 12  2010
Ausstellungen Harun Farocki [23.10.10-09.01.11]
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Institutionen Kunsthaus Bregenz [Bregenz/Österreich]
Autor/in Ursula Badrutt Schoch
Autor/in Harun Farocki
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