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1/2.2011




Kassel : Teresa Margolles


  
Teresa Margolles · Muro Baleado (Culiacán), 2009. Foto: Nils Klinger


Sie arbeitet mit Abschiedsworten von Selbstmörderinnen, mit Leichenwaschwasser oder mit von Einschüssen beschädigten Mauern. Und sie inszeniert diese «Materialien» stets poetisch fein; erst der Blick auf die erklärenden Legenden bewirkt den Schock. Das Material, das hier so hautnah das Kunstpublikum berührt, stammt von Toten oder Tötungsakten, meist handelt es sich um Gewaltopfer aus den armen Schichten Mexikos. Teresa Margolles (*1963, Culiacán) kommt aus einem drastischen Land. Mexiko ist für seinen speziellen, alltagsnahen Totenkult bekannt, zugleich für seine ungeheure, höchst brutale Kriminalität, die mit Drogenkriegen, korrupter Polizei und Justiz einhergeht. Die Künstlerin bringt dieses Klima mit minimalistischen Inszenierungen zum Schwingen, wobei man nie sicher sein kann, ob die Materialien tatsächlich authentisch sind. Das Engagement aber liegt auf der Hand: Margolles stammt aus dem nördlichen Wüstenstaat Sinaloa, einer der gewaltreichsten Regionen Mexikos. In ihrer Heimatstadt Culiacán sind Entführungen und Morde an der Tagesordnung. Grundlage sämtlicher ihrer Arbeiten ist ihr Zugang zu Mexikos Leichenschauhäusern. Margolles arbeitet seit 1995 als gerichtsmedizinische Präparatorin in der staatlichen Forensik. «Wir tun so, als kämen die Mörder vom Mars», sagt Margolles, «aber sie sind ein Produkt unserer Gesellschaft.»


Bis: 20.02.2011



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Ausgabe 1/2  2011
Ausstellungen Teresa Margolles, Matt Stokes [04.12.10-20.02.11]
Institutionen Kunsthalle Fridericianum [Kassel/Deutschland]
Künstler/in Teresa Margolles
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