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1/2.2011




Studen bei Biel : Adolf Dietrich


von: Dominique von Burg

  
Adolf Dietrich · Stillleben mit Kakteen vor See, 1941, Öl auf Holz, 84 x 55 cm ©ProLitteris


Adolf Dietrich (1877-1957) hat mit dem in diesem Frühjahr in der Fondation Beyeler gezeigten Henri Rousseau vieles gemein. Beide waren Outsider und gleichzeitig weit davon entfernt, so genannt «naive» Künstler zu sein. Vielmehr malten sie authentisch, ohne intellektuelle Attitüde. Der hochbegabte Autodidakt Adolf Dietrich musste früh zum Lebensunterhalt der kleinbäuerlichen Familie beitragen und malte lange Zeit nur nebenher. Trotz ersten Ausstellungen in Konstanz und München wurde er erst dank dem Mannheimer Kunsthändler Herbert Tannenbaum bekannt und schaffte 1938 schliesslich mit einer in London und New York gezeigten Ausstellung den internationalen Durchbruch. Später erfreuten sich seine Bilder einer derart intensiven Nachfrage, dass er mit der Produktion kaum mehr nachkam. Nach Skizzen, Fotografien oder Erinnerungen schilderte Dietrich mit Zeichenstift und Ölfarbe akribisch genau das bäuerliche Leben und die Natur - sein einziger Lehrmeister. Seine Bilder wirken ausgesprochen realistisch, obwohl die Perspektive oft falsch dargestellt ist und sich Bildebenen unlogisch überlagern. Die 222. Ausstellung macht auf den Ostschweizer aufmerksam, dessen Werk kurioserweise in einem breiteren Umkreis noch wenig bekannt ist. Gleichzeitig zeigt sie auf, dass Dietrich bereits «neusachlich» malte, als es die Neue Sachlichkeit noch gar nicht gab.

Bis: 27.02.2011


Katalogbuch.



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Ausgabe 1/2  2011
Ausstellungen Adolf Dietrich [24.10.10-27.02.11]
Institutionen Fondation Saner [Studen/Schweiz]
Autor/in Dominique von Burg
Künstler/in Adolf Dietrich
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