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Hinweis
1/2.2011




Winterthur : Die Natur der Kunst


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Paul Klee · Blühendes, 1934, Ölfarben auf Leinwand, 81,5 x 80 cm, Kunstmuseum Winterthur, Legat Dr. Emil und Clara Friedrich-Jezler, 1973 ©ProLitteris
rechts: Hans Arp · Ronde végétale, 1946, Ölfarben auf Leinwand, 65 x 65 cm, Privatsammlung, Teufen ©ProLitteris


Nach einer zweieinhalbjährigen Gesamtrenovation begeht das Kunstmuseum Winterthur seine Wiedereröffnung mit einer fulminanten Ausstellung, welche das Verhältnis der Kunst zur Natur beleuchtet. Der Gang durch die Kunstgeschichte der letzten 150 Jahre ist gespickt mit hochkarätigen Leihgaben, die es selten zu sehen gibt. 1915, fünf Jahre nach der Eröffnung des Kunsthaus Zürich, hatte Winterthur sein eigenes Kunstmuseum. Zustande gekommen war der Bau von Rittmeyer & Furrer dank der Initiative privater Kunstsammler, die das Haus mit wertvollen Schenkungen bedachten und damit den Grundstock der heutzutage weltweit beachteten Museumssammlung legten. Während der umbaubedingten Schlies­sungszeit waren 250 Werke der Sammlung in Bonn, Salzburg und Rovereto zu Gast.
"Die Natur der Kunst. Begegnungen mit der Natur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart" umfasst rund 300 Werke und bespielt fast die gesamte Ausstellungsfläche. Rund die Hälfte der Exponate sind Leihgaben und stammen aus Museen und Privatsammlungen. So kommt Paul Klees "Blühender Baum", 1925, aus dem National Museum of Modern Art, Tokio. Mit Bildern privater Provenienz sind vor allem Künstler der Schule von Barbizon und des Impressionismus vertreten, aber auch John Cage, Jan Dibbets, Roman Signer, Thomas Struth und Gerhard Richter. Der Doyen unter den deutschen Malern nimmt mit zwei in sich geschlossenen Werkgruppen - "Elbe", einem 1957 in Dresden entstandenen Zyklus von 31 Monotypien, und einer ganz neuen Serie von abstrakten Hinterglas-Bildern - eine besonders prominente Position ein. Die Ausstellung beginnt im Altbau mit früher Pleinair-Malerei, Impressionismus und Klassischer Moderne und setzt sich im Altbau mit Werken der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart fort. Ergänzt wird die Präsentation durch Arbeiten auf Papier, die im Erdgeschoss zu sehen sind. Verantwortlich für die Präsentation und die Auswahl der Werke zeichnet Dieter Schwarz, der Direktor des Museums. Die Ausstellung umfasst nicht nur Werke, welche die Natur in irgendeiner Form abbilden, sondern auch solche, die sich mit der Natur der Natur auseinandersetzen. Ein schönes Beispiel dafür ist das "Coccodrillo con Fibonacci da 1 a 55", 1975/1990, von Mario Merz. Die Begleitpublikation - mehr ein Lese- denn ein Bilderbuch - enthält wissenschaftliche Beiträge namhafter Autoren.
In einem separaten Saal werden Fotografien von Georg Aerni und Zeichnungen von Mario Sala gezeigt, die als künstlerische Begleitung der Gebäudesanierung entstanden sind.

Bis: 27.02.2011



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Ausgabe 1/2  2011
Ausstellungen Die Natur der Kunst [31.10.10-27.02.11]
Video Video
Institutionen Kunst Museum Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
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