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Hinweis
1/2.2011




Zug : Linea - Vom Umriss zur Aktion


von: Niklaus Oberholzer

  
links: Marcel Duchamp · 3 stoppages-étalon, 1913/1964, drei 1 m lange Fäden auf drei bemalten Leinwandstreifen, Messlatten, Holzkoffer, Glas: 125,4 x 18, 3 cm, Leinwandstreifen: 119,2 x 13,2 cm ©ProLitteris. Foto: Dist. RMN/Philippe Migea
rechts: Bruce Nauman · Slow Angle Walk (Beckett Walk), 1968, Video, 60', s/w, Ton, Electronic Arts Intermix, New York ©ProLitteris. Foto: Ottiger


Projekt vor und meisterte es kenntnisreich und auf anregende Weise: "Linea - Vom Umriss zur Aktion" lautet der Titel des Ausstellungs-Essays zur Bedeutung der Linie in der Kunst von der Renaissance bis in die jüngste Zeit. Realisiert wurde die Show mittels prominenter Leihgaben, aber auch mit Rückgriffen auf die eigene Sammlung.
Die eigene Sammlung vorweg: Sie ermöglicht Kunsthaus-Direktor Matthias Haldemann und seinem Team - ihm gehören auch Studierende und junge Kunstwissenschaftler an - den Einbezug so wichtiger Künstler wie Richard Tuttle oder Olafur Eliasson, aber auch von Werken Klimts, Schieles oder Kirchners. Doch das Schwergewicht der Ausstellung liegt bei Leihgaben aus Sammlungen wie der National Gallery of Scotland, der National Gallery in Melbourne oder dem Centre Pompidou, Paris. Prominent auch die Künstlernamen; sie reichen von Raffael über Dürer bis zu Fischli/Weiss, Markus Raetz oder - dem einzigen Zuger Künstler - Josef Herzog.
Matthias Haldemann spricht selbst von einem Ausstellungs-Essay. Er und sein Team gehen darin Grundfragen der Kunst nach, für die sie ganz unterschiedliche Antworten finden. Gerade das macht das Unternehmen im besten Sinne des Wortes unterhaltsam, weil es zu vielfachem Brückenschlag und zu mancherlei Grenzgängen anregt - hin zu Musik (Cage), Literatur (Rühm), Tanz (Loïe Fuller) und verschiedenen Wissenschaften. Die Ausstellung bleibt trotz gehäufter Theorie, die ihren Niederschlag im klug reflektierenden Katalog findet, in zahlreichen Facetten spielerisch. Dem essayistischen Charakter entsprechend, kann nicht jeder Beitrag gleich schlüssig ins Konzept eingebettet sein. Dies stört die abenteuerlichen, mitunter labyrinthischen Wege, die an wesentliche Schnittstellen der Kunstentwicklung führen, keineswegs, sondern stärkt die Neugier, nährt die Entdeckungsfreude und setzt spannende Denkprozesse in Gang.
Schön ist, dass einige Künstler mit eigens für "Linea" erarbeiteten Beiträgen aufwarten - u.a. Christoph Rütimann, die Österreicher Peter Kogler und Michael Kienzer oder der US-Klangkünstler Alvin Lucier. Eine grosse Wandzeichnung Sol LeWitts wurde dem Künstlerkonzept von 1972 gemäss ausgeführt.
Das höchst anspruchsvolle, zeitaufwändige Projekt wird mit einem breiten Begleitprogramm und Konzerten ergänzt.

Bis: 27.03.2011



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Ausgabe 1/2  2011
Ausstellungen Linea. Vom Umriss zur Aktion [21.11.10-27.03.11]
Video Video
Institutionen Kunsthaus Zug [Zug/Schweiz]
Autor/in Niklaus Oberholzer
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