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SWISS ART AWARDS 2010




Christian Wassmann

Eidg. Preis für Kunst - Architektur

  
links: 5 × 5 Magic Square, Installation (2010) Sonnenstandsmodell, Skizzen, Modelle, Pläne, Fotomontagen
rechts: 5 × 5 Magic Square, Museum in Maribor, Slowenien (2010) Fotomontage


5 x 5 Magic Square
Diese Installation ist eine Weiterführung eines Wettbewerbs für ein Museum in Maribor, Slowenien. Im Gebäude sollen ein Kunstmuseum, ein Kindermuseum, ein Architekturzentrum, verschiedene gastronomische Betriebe und 25 Künstlerateliers mit vier Wohnungen untergebracht werden.
Um dieses Raumprogrammrätsel zu lösen, experimentierte ich mit dem magischen Quadrat von Albrecht Dürers Druck «Melancholia I». Bei Dürer besteht das Quadrat aus 4 x 4 Feldern, bei mir aus 5 x 5, so werde ich dem fünfteiligen Programm gerechter. In jedem der 25 Felder steht eine Zahl zwischen 1 und 25. Das Quadrat hat die Eigenschaft, dass alle fünf Zahlen einer Reihe addiert jeweils 65 ergeben. Das gilt für die horizontalen, vertikalen und auch diagonalen Reihen.
Das eigentlich zweidimensionale Quadrat versuchte ich dreidimensional zu nutzen. In der Länge und Breite misst jedes der 25 Felder 15 Meter, somit ist das ganze Quadrat 75 x 75 Meter. In der Höhe entspricht jede Einheit einem Meter. Jedes einzelne Feld ist nun dreidimensional, also ein Volumen, mit gleicher Grundfläche und unterschiedlicher Höhe. Die Volumen sind miteinander auf unterschiedlichen Niveaus verbunden, und jedes Volumen beherbergt eine spezielle Programmfunktion.
Das höchste Volumen [25] ist das zentrale Foyer, welches alle Aspekte des Gebäudes verbindet. Eine breite Treppe schwingt sich von der unterirdischen Parkgarage zur öffentlichen Piazza, zum Empfang des Kunstmuseums, zum Eingang des Kindermuseums, hoch zum Informationszentrum mit atemberaubender Aussicht auf die Stadt, die Berge und den Fluss Drau. Das Dach dient als Aussichtsplattform. Volumen [4] schliesst auf dem obersten Stock des Foyers an und beherbergt den Ausstel-lungsraum des Architekturzentrums. Volumen [1] ist eine Bühne, welche nachts von unten leuchtet und am Tag Sonnenlicht in die Parkgarage bringt. Volumen [20] und [12] sind nebeneinander am Fluss und bringen Verschiedenes unter. Diese beiden Zahlen stehen unter anderem für das Jahr, in welchem Maribor europäische Kulturhauptstadt ist und das Gebäude fertig sein sollte.
Um auf dem Strassenniveau maximale Durchgänge und Durchblicke zu erlauben und die Stadtbewohner zu Veranstaltungen und Versammlungen einladen zu können, werden die meisten Volumen über der lichtdurchfluteten Piazza «schweben». Viele Dachflächen sind für Museumsbesucher, spielende Kinder und Restaurantgäste begehbar. Das Dach ist begrünt und formt einen 3-dimensionalen Skulpturgarten. Die Struktur soll offen sein und überraschende Perspektiven auf die Umgebung ermöglichen. Dieses Gebäude würde aus Ortbeton gebaut werden, zusammengesetzt aus Kies von den verschiedenen Regionen der Drau, scharfen Steinen der Dolomiten und runden Kieseln vom Schwarzen Meer und der Donau, in welche die Drau mündet. Selbstreinigender Istriastein wird als Pfläs-terung verwendet, eventuell auch als Fassadenmaterial. Unter dem Gebäude wird geothermische Energie gewonnen für das Museum und die Nachbarschaft.


1974 Geboren in Luzern
Lebt und arbeitet in New York

Berufliche Kurzbiografie
1990–1994 Rüegg und Sieger Architekten, Zürich, Hochbauzeichnerlehre
1996–2000 Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ), Innenarchitekt HFG
1999–2000 Universität für Angewandte Kunst, Wien, Architektur-Gaststudent in der Meisterklasse Wolf D. Prix

Gruppenausstellungen
2007 Swiss Art Awards, Messezentrum Basel
2008 Whitney Biennial, Whitney Museum, New York
2008 I Want A Little Sugar In My Bowl, Asian Song Society, New York
2009 Swiss Art Awards, Messezentrum Basel
2009 First Internet Pavilion, 53. Kunstbiennale Venedig
2009 Made in the USA, Pete’s Motors, Great Barrington, Massachusetts
2009 GIRLMACHINE, Performa 09, New York



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Ausgabe 14  2010
Künstler/in Christian Wassmann
Link http://www.christianwassmann.com
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