Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
3.2011




Biel : Anatoly Shuravlev


von: Annelise Zwez

  
Anatoly Shuravlev · Electro Painting (Ausschnitt), 2007, C-Print hinter Acrylglas.


Der Moskauer Konzeptualist Anatoly Shuravlev (*1963) gehörte 1988 zu den Künstlern, die zur Zeit von Glasnost erstmals im Kunstmuseum Bern gezeigt wurden. Mehrfach hat der 2009 an der Biennale Venedig Vertretene seither bei Urs Meile in Luzern ausgestellt. Seit den Achtzigerjahren befasst er sich mit «Wahrheit» und Repräsentation. Sein Markenzeichen sind Mini-Fotografien, die er aus Zeitschriften, TV und Internet analog abfotografiert, kopiert und ausschneidet. Oft sind Köpfe erkennbar, prominente und unbekannte. Sie erscheinen in Plexiglas-Kugeln respektive als vielhundertfache Spots auf flüssig applizierter, schwarzer Wandmalerei. Die Wirkung geht vom Kontrast der beiden Medien aus, die gleichsam für die Ohnmacht stehen, Leben und objektive Wahrnehmung zur Deckung zu bringen. Der Titel ‹Temporary Visual Wound› meint die messerscharfe Linie, mit welcher er die Salle Poma in ein Oben und ein Unten teilt, indes überspannt sie die ganze Ausstellung. Das unterstützen auch die Foto-Viererblöcke, die mit Pinselgesten überlagerte und refotografierte Sujets zeigen; darunter das Bild eines elektrischen Stuhls oder ein tibetisches Tanga-Motiv. Noch weiter geht Shuravlev, wenn er Fotos zerreisst und zur «malerischen» Collage fügt.

Bis: 13.03.2011


Katalog, Verlag für Moderne Kunst Nürnberg



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 3  2011
Ausstellungen Anatoly Shuravlev [16.01.11-20.03.11]
Institutionen Kunsthaus Centre d'art Pasquart [Biel/Bienne/Schweiz]
Autor/in Annelise Zwez
Künstler/in Anatoly Shuravlev
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=110218152114AAJ-17
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.