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Hinweis
3.2011




St. Gallen : Rosenstrumpf und dornencknie


von: Ursula Badrutt Schoch

  
Johann Heinrich H. · Besteck, 1856, Holz, Tusche


Jahrzehnte haben sie in der Psychiatrie verbracht - und die Zeit kreativ genutzt. Johann Heinrich H. schnitzte sich ein vollständiges Besteck. Damit gibt er sich selber die persönliche Würde zurück, die ihm mit der Einweisung genommen wurde. Es gilt als das früheste Werk aus einer schweizerischen psychiatrischen Klinik. In einem Kasten der Pflegeanstalt Rheinau sind ausgewählte Werkgruppen aus der Zeit von 1867 bis 1930 aufbewahrt worden, angeregt durch die Forschungen von Hans Prinzhorn, Walter Morgenthaler, Hermann Rorschach. Unangetastet sind sie vor wenigen Jahren bei der Räumung des Gebäudes wiederentdeckt worden. Unterdessen ist die fast tausend Werke umfassende Sammlung gesichtet, und im St. Galler Museum im Lagerhaus wird nun Einblick gegeben in einen Schatz, der unter Fachleuten als «ungeschliffener Diamant» gilt. Dazu gehört auch Jeanne Natalie Wintsch, die mit Hilfe ihrer Stickerei die Ärzte von ihrer Genesung überzeugte und die Klinik verlassen konnte. Ein weiteres Glanzstück sind die Erfindungen von Heinrich B., technische Zeichnungen für Vehikel der Freiheit ausserhalb der Klinik. Von Hermann M. stammen dadaistisch anmutende, gezeichnete Gedichte. Die Sammlung soll mittelfristig Teil des geplanten Museums auf der Klosterinsel Rheinau werden.

Bis: 13.03.2011



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Ausgabe 3  2011
Ausstellungen Rosenstrumf und Dornencknie [30.11.10-13.03.11]
Institutionen Museum im Lagerhaus [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Ursula Badrutt Schoch
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