Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
3.2011




Winterthur : Liu Heung Shing


von: Claudia Jolles

  
Liu Heung Shing · Schülerinnen der Oberstufe beim Lernen unter der hellen Beleuchtung des Tiananmen-Platzes, Peking, 1981


Was lesen die Mädchen neben ihren abgestellten Velos mitten auf dem Platz? Romane? Reiseführer? Zeitschriften? Die Szene wirkt in dem diffusen Streulicht aus den gigantischen Strassenlaternen höchst surreal. Liu Heung Shings (*1951) Aufnahmen sind ebenso sprechend wie rätselhaft. Die Bildlegende vermittelt den politischen Kontext: Chinesische Schülerinnen lernen - mangels elektrischer Beleuchtung in Privathäusern - auf dem Tiananmen-Platz.
Die von Katri Burri kuratierte Ausstellung zeigt Fotografien von 1976-1983, die das Alltagsleben im nach-maoistischen China unter dem Wirtschaftsreformer Deng Xiaoping dokumentieren. Dieser forderte seine Landsleute auf, «aufgrund von Tatsachen nach der Wahrheit zu suchen». Aus den Aufnahmen von Liu Heung Shing spricht dieses neu erwachte Interesse an der Wirklichkeit, genauer am Alltag der chinesischen Bevölkerung. Als Absolvent eines Studiums in Politikwissenschaft in New York und einer Ausbildung als Fotograf bei der Zeitschrift Life kehrte Liu 1976 nach China zurück. Seine Bilder zeigen ein Land im Wandel, wobei die coolen Sonnenbrillen der jungen Chinesen nicht nur Liu, den Fotografen, spiegeln, sondern auch unsere eigenen Sehnsüchte nach Schönheit und Ruhm.


Bis: 31.03.2011



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 3  2011
Autor/in Claudia Jolles
Künstler/in Liu Heung Shing
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=110218152114AAJ-23
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.