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3.2011




Zürich : Frank Hesse


von: Susanne Schmetkamp

  
Frank Hesse · Was ist so komisch an Kant? (Komikmodell), 2011 ©ProLitteris


Über Komik zu schreiben ist selten selbst komisch. Denn es ist ja gerade das Charakteristikum dessen, was uns zum Lachen bringt, dass es nicht vollständig in Worte zu fassen ist - es bleibt immer ein uneinholbarer Rest. Über Komik Kunst zu machen, scheint indessen durchaus komisch sein zu können, ja, man könnte behaupten, dass genau hierin - in dem eigentümlich Immanent-Transzendenten -
das Gemeinsame von Kunst und Komik liegt. Genau das ist es auch, was der Künstler Frank Hesse einzufangen versucht: In seiner Ausstellung ‹Was ist so komisch an Kant?› zeigt er ein komisches Komikmodell, das er nach der Theorie des Philosophen Immanuel Kant erbaut hat: Das Lachen, so sagt dieser in seiner ‹Kritik der Urteilskraft›, sei ein Affekt aus der plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts. Verdeutlicht wird diese These Kants bei Hesse über eine grössere Rauminstallation, einer Konstruktion aus einem Gestell, an dem ein Archivkasten hängt, der, wie der menschliche Verstand beim Begreifen eines Witzes, ins Leere schnappt und stattdessen etwas (das Zwerchfell, repräsentiert durch eine Plastikflasche) in Schwingung bringt: Luft dringt ein, strömt aus - und es ertönt ein Lachlaut, der über einen Trichter verstärkt wird. Den Zusammenhang zu Kants Texten und zum Produktionsprozess des Modells stellt ein Video her. Kurator: Stefan Wagner.

Bis: 19.03.2011



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Ausgabe 3  2011
Ausstellungen Was ist so komisch an Kant? [04.03.11-19.03.11]
Institutionen Perla-Mode [Zürich/Schweiz]
Autor/in Susanne Schmetkamp
Künstler/in Frank Hesse
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