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4.2011




Paris : General Idea


von: J. Emil Sennewald

  
General Idea · P is for Poodle, 1983, Farbprint, 76.2 x 63.5 cm. Courtesy Frédéric Giroux, Paris


Er gehört zum Bilder-Inventar der letzten 30 Jahre: der blond gescheitelte Jüngling mit milchweissem Hitler-Bärtchen in ‹Nazi Milk› von General Idea. Reproduziert als Plakat und auf anderen Werbeträgern, verkörpert er das Hauptthema der dreiköpfigen Künstlergruppe aus Toronto: Bilder sind Propaganda, Medien sind totalitär, dagegen hilft nur Travestie. Von 1969 bis 1994 arbeiteten sie daran, bauten ihrer fiktiven ‹Miss General Idea› einen imaginären Pavillon, den sie später als kitschig-klassischen Tempel rekonstruierten, einer der besten Säle dieser ersten Retrospektive. Reich und berühmt wollten sie werden, Felix Partz, Jorge Zontal und AA Bronson, das sickert immer wieder durch ihre rund 300 konzeptuell-dadaistischen Werke hindurch, von der Fernsehshow über das anagrammatisch appropriierte Magazin ‹FILE› (aus LIFE) bis hin zu den Pudeln, die mal mit Yves-Klein-Blau beschmiert, mal als piktogrammatische Kamasutra-Gemälde auftreten. Robert Indianas ‹Love› wurde 1987 in ‹Aids‹ verwandelt und als Tapete, Gemälde, Skulptur verbreitet. Die steht jetzt in Paris vor dem Museum, voller Tags. Post-Pop-Art hat sich ein wenig verbraucht, über die Jahre. Dass sie ein Aufbruch zu neuen konzeptuellen Ufern war, macht die kunsthistorisch solide, etwas entrückte Ausstellung erkennbar.

Bis: 30.04.2011



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Ausgabe 4  2011
Ausstellungen Haute Culture: General Idea [11.02.11-30.04.11]
Institutionen Musée d’Art moderne de la Ville de Paris [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in General Idea
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