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Hinweis
4.2011




Paris : Echoes


von: J. Emil Sennewald

  
links: Ausstellungsansicht Echoes, 2011, CCSP. Foto: Marc Domage
rechts: Dawn Mellor · Morrissey, 2007, Öl auf Leinwand, 76,2 x 90,96 cm. Foto: Tindaro Gagliano


Vincent Kohlers zerbrochener Dirigentenstab aus Glas, (‹Baguette›, 2007), ist Programm für diese Ausstellung. Orchestriert mit einem satt klingenden Veranstaltungsprogramm, fügt das Duo Kaeser/Felley dem französischen Ausstellungs-Konzert zur Beziehung zwischen Kunst und Musik - mit Ausstellungen ‹Vinyl, records and covers by artists› in der Maison Rouge, 2010, und ‹Musique plastique›, in der Galerie du jour von Agnès B., 2011, - ein weiteres Stück hinzu. Aus ihrem reichen kuratorischen Erfahrungsschatz erstellen sie mit Geschichten gesättigte visuelle Konstellationen. So zeigt Francis Baudevin mit ‹Unisson› seine Plattensammlung, kombiniert mit Konzert-Fotos von Catherine Ceresole. Das schlägt die Brücke zu den neu-abstrakten Geometrikern der Westschweizer Szene mit Künstlern wie Philippe Decrauzat, der Darstellungsweisen von Musik aufgreift und ins abstrakte Bild übersetzt. Die Stärke der Ausstellung liegt in Material- und Objekt-Bezügen, wie zwischen John Armleders Gitarre mit bunter Leinwand, ‹Zakk Wylde II›, 2008, Valentin Carrons ‹Square Guitar›, 2001, und Michael Sailstorfers grün-weissem ‹Schlagzeug›, 2003, aus Blech. Abgemischt werden diese eher konkreten Arbeiten mit den bunten Gemälden des Duos Abetz & Drescher, die in naivem Stil coole Stars oder wilde Gitarrenzerhauer zeigen oder, wie Dawn Mellor mit ‹Morrissey›, 2007, ihre Idole blutig mit dem Malerpinsel aufspiessen. Alighiero Boetti hat sich 1970 mit zweihalsigem Banjo abgelichtet. Wie in Christian Marclays gefakten Musikkonzert-Plakaten, auf denen Marclay als Rocker, Chorknabe oder Country-Sänger auftritt, wird über den Umgang mit Musik Identität geformt. Die Präsentation ist voller Geschichten und Bezüge, ohne freilich mit einer neuen These die musikalischen Resonanzen zeitgenössischer Kunst zu problematisieren. Im Hauptsaal herrscht eine Polyphonie zwischen Auge und Ohr, in der, unvermeidlicherweise, manche Künstler fehlen. Wie Rolf Julius, ein Pionier der Sound-Art, der gerade kurz vor seinem 72. Geburtstag verstarb. «Ich mache keine Musik, Musik wird durch die Materialien bestimmt», sagte er mir letztes Jahr. Für ihn waren Klang und Sehen zwei Seiten derselben Medaille. Das CCSP erzählt, wie es aussieht, wenn Künstler diese Medaille zwischen ihren Fingern drehen.

Bis: 10.04.2011



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Ausgabe 4  2011
Ausstellungen Echoes [28.01.11-10.04.11]
Institutionen Centre Culturel Suisse [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Alighiero Boetti
Künstler/in Andreas Dobler
Künstler/in Dawn Mellor
Künstler/in Jim Shaw
Künstler/in Pierre Vadi
Künstler/in Jean-Luc Verna
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