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4.2011




Salzburg : Marzena Nowak


von: Patricia Grzonka

  
Marzena Nowak · Ohne Titel, 2011, Installation, Manschetten. Foto: Andrew Phelps


Fast minimalistisch mutet die Ausstellung von Marzena Nowak (*1977) im Salzburger Kunstverein an; die Arbeiten der polnischen Künstlerin drängen nicht in den Vordergrund. Eine nur wenige Zentimeter grosse Wandskulptur, welche die Negativform eines vom Körper bestimmten Zwischenraums - nämlich eines Zehenabstands - wiedergibt, ist dabei in ihrer Zeichenhaftigkeit symptomatisch für viele der Arbeiten. Zwei Videos in Schwarz-Weiss, die in Kabinetten gezeigt werden, kreisen in kurzen Loops um Bewegungsabläufe von Teilen des Körpers wie Fingern oder einem Mund. Nowak versucht sich dabei einem Modus des Psychischen über ganz unterschiedliche künstlerische Verfahren anzunähern, die ebenso sensibel wie dicht sind. Psychische Dynamiken und Energien leiten aber auch in die Kindheit: Eine Variation von Bauklötzen bildet eine fragile Bodeninstallation, Kritzelzeichnungen von Notizblöcken werden auf fein strukturierte Bilder übertragen, oder es entpuppt sich ein merkwürdig ausgeschnittener Teppich als Auslassungsform von Möbelstücken, die einst auf diesem Teppich gestanden haben. Neben Fotos und weiteren ephemeren Objekten sind es vor allem einige aus Ärmelmanschetten von Hemden und Blusen gekettete Stoffgirlanden, in denen Geschlechterformationen transformiert und materialisiert erscheinen, die eine eindringliche Präsenz entfalten.

Bis: 24.04.2011



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Ausgabe 4  2011
Ausstellungen Marzena Nowak [10.02.11-24.04.11]
Institutionen Kunstverein Salzburg [Salzburg/Österreich]
Autor/in Patricia Grzonka
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