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Hinweis
5.2011




Arbon : Sylvia Hostettler


von: Alice Henkes

  
Sylvia Hostettler · Suchend in einer gefluteten Stadt NIEMANDESLAND gefunden, 2011, Installationsdetail, verschiedene Materialien


In der Kunsthalle Arbon errichtete Sylvia Hostettler (*1965) eine spätkapitalistische Multimedia-Höhle. Ein Zelt aus blauer Folie birgt die mehrteilige Installation ‹Suchend in einer gefluteten Stadt NIEMANDESLAND gefunden›. Inspiriert durch einen Tokyo-Aufenthalt, hat die Berner Künstlerin einen intelligent komponierten artifiziellen Unort geschaffen, an dem sie Urbanisierungsprozesse in Objekten, Videos und Soundinstallationen untersucht. Der Besucher tappt auf weichen Schaumstoffmatten durchs Zelt. Die Verlorenheit in einer Megastadt wird physisch spürbar. Stimmengewirr und Strassengeräusche dringen aus Schachtelobjekten, die an wuchernde Hochhaussiedlungen erinnern, an möglichst schnell und günstig erstellte Herbergen für eine stetig wachsende Menschenmenge. Hostettler, die zuvor mit Wachsobjekten arbeitete, zeigt auch hier Sinn für delikate Techniken. Mit einer traditionell japanischen Zickzack-Falttechnik verwandelt sie Goldfolie und mit Fotos von Banknoten bedruckte Papierbögen in reich verzierte Türme, die auf einem Karussell kreiseln. Optisch verdichtet führt sie die Geschäftigkeit einer kapitalistischen Lebensweise vor - und deren Schattenseiten. Das blaue Zelt ist aus jener strapazierfähigen Folie, die obdachlose Japaner oft benutzen, um sich ephemere Unterkünfte zu schaffen.

Bis: 22.05.2011



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Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Sylvia Hostettler [16.04.11-22.05.11]
Institutionen Kunsthalle Arbon [Arbon/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Sylvia Hostettler
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