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Hinweis
5.2011




Hannover : Julian Göthe


von: Cynthia Krell

  
Julian Göthe · The Shadows took Shape, 2011, Kestnergesellschaft. Foto: Jennifer Riedel


Dominiert wird die Einzelausstellung ‹the shadows took shape› des Künstlers Julian Göthe (*1966) in der kestnergesellschaft von den Nichtfarben Schwarz und Weiss. Den Besucher erwartet eine Szenografie zwischen Abstraktion und Illusion. In der Mitte des Ausstellungsraums ist ein Ensemble aus vier schwarzen Skulpturen mit makelloser Oberfläche auf bühnenhaften Sockeln platziert, die nach Aufmerksamkeit brüllen. Auffällig ist die opulent, fast aggressiv wirkende Formensprache der Skulpturen. Als Gegenspieler sind zwei fragile Metallfiguren positioniert, die mit weichen Materialien wie Straussenfedern um die Gunst der schwarzen Skulpturen eifern. Die Wandarbeit ‹Extended Bang›, 2010, funktioniert wie eine Variation der Wandzeichnung, erschaffen mithilfe von schwarzen Seilen und Haken. Es entsteht ein illusionistischer Raum, der stark an zeitlose Theaterkulissen erinnert. Die gleiche Bildsprache und reduzierte Ästhetik taucht in Göthes neuem Animationsfilm ‹Nocturne› wieder auf. Im Film eröffnet sich ein Sog von üppig dekorierten Salons und Wohnräumen, die jedoch menschenleer und unbewohnt scheinen. Nur einmal tritt der Mensch in den Collagen als Fragment auf, und zwar in Kombination mit bizarren Objekten. Fazit: ein Wesen zwischen Raum und Illusion, zwischen Inhalt und Leere, zwischen Abstraktion und Drama, zwischen Schwarz und Weiss.

Bis: 08.05.2011



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Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Julian Göthe, David Lachapelle [25.02.11-08.05.11]
Institutionen Kestnergesellschaft [Hannover/Deutschland]
Autor/in Cynthia Krell
Künstler/in David Lachapelle
Künstler/in Julian Göthe
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