Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
5.2011




Meran : Tony Cragg


von: Karlheinz Pichler

  
Tony Cragg · Ausstellungsansicht 4D, 2011 © ProLitteris. Foto: Andreas Marini


Der in Liverpool geborene und seit 1977 in Wuppertal lebende und arbeitende Bildhauer Tony Cragg (*1949) sieht sich als einen verlängerten Arm des Materials. Denn ohne Material gibt es keine Skulptur, und alles, was uns umgibt, inklusive wir selbst, ist Materie. Kunst machen bedeutet für Cragg folglich «formales Denken mit Materie», wie er selber betont. Ende der Siebziger- und Anfang der Achtzigerjahre assemblierte Cragg Alltagsmüll zu gewaltigen Wandcollagen. Dann wurden Vasen, Schalen und andere Gefässe formale Vorbilder für seine skulpturalen Kopfgeburten. Heute offenbart sich Cragg immer mehr als hermeneutischer Zwischenzeilenleser der Natur. Formen und Strukturen, die in der Natur brachliegen, abstrahiert er und entwickelt sie zu neuen, auch visionären Gebilden weiter. Gerade in den neueren Arbeiten steckt auch unheimlich viel Bewegung. Arbeiten aus Stein, Holz oder Bronze scheinen mitten in der Rotation oder Schichtung erstarrt zu sein. Cragg nennt seine Ausstellung bei Kunst Meran ‹In 4D. Etwas Festes aus dem Strömenden›, weil er den Faktor Zeit, die Bewegung des Betrachters um die Skulptur, als vierte Dimension gewertet wissen will. Voraussetzung dafür ist die Öffnung der Form, wie sie für das Schaffen Craggs eben typisch ist.

Bis: 29.05.2011



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Tony Cragg [13.02.11-29.05.11]
Institutionen Merano Arte [Merano/Italien]
Autor/in Karlheinz Pichler
Künstler/in Tony Cragg
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=110506110518P8E-29
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.