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Hinweis
5.2011




Moutier : Claude Gigon


  
Claude Gigon · 100% Chocolat blanc, 2011, Installation, 360 x 250 x 90 cm Foto: Nadia Gagnebin


Ursprünglich war er Confiseur, in Porrentruy und ebenso in San Francisco. Dann wurde er Maler. Und jetzt zeigt Claude Gigon (*1960) in seiner ersten Museumsschau neue Bilder und eine Installation, geformt aus 980 kg weisser Schokolade - eine Masse, die eigentlich keine Schokolade ist, sondern aus reiner Kakaobutter, Zucker und Milch besteht; Gigon ist Fachmann. Wie ein Bergzug mit Talbecken breitet sich die duftende Skulptur im Raum aus. Einem Märchensymbol gleich lockt und birgt sie Gefahren. Wem würde nicht übel, wenn er auch nur einen Tausendstel davon ässe. Märchenhaftes im Sinne ausgestülpter Tag- und Nachtträume lenkt auch die lasierend gemalten Ölbilder. Sie zeigen weisse Feuer, Gesichter mit grünen Augen, körperlose Ornate, aber auch schelmische Schneemänner. Allen haftet etwas Unwirkliches an, als zeigten sich die Motive aus einem Off-Space. Als Verehrer der Renaissance beschäftigt ihn das Mysterium der Gleichzeitigkeit von Diesseits und Jenseits. Er füllt die staatsmännischen Ornate mit Lichtstrahlen, die auf Brusthöhe durchblitzen, er wandelt die Nacht in ‹Nuits blanches›, macht Köpfe zu transparenten Gefässen. Ein Videoloop, das ihn Sisyphus gleich gegen den Strom schwimmend zeigt, ist auch ein Bild seiner einsam-
romantischen Position als Maler im Jura.

Bis: 15.05.2011



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Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Claude Gigon [05.03.11-15.05.11]
Institutionen Musée Jurassien des Arts [Moutier/Schweiz]
Künstler/in Claude Gigon
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