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Hinweis
5.2011




Nîmes : Larry Bell im Carré d’Art


von: J. Emil Sennewald

  
Larry Bell · Lil'Orphan Annie, 1960, Acryl auf Leinwand, 228,9 x 350,5 cm


Françoise Cohen, Direktorin des 1993 von Norman Foster ins malerische südfranzösische Städtchen gestellten White Cube, zeigt seit einiger Zeit anspruchsvolle, kunsthistorisch solide Schauen, fast im Pompidou-Stil. Nun kommt Larry Bell, jener amerikanische Westküsten-Künstler, der Anfang der Sechzigerjahre den Minimalismus bunt und die Kunst Hollywood-fähig machte. Sein Thema: Licht, Bild, Bewegung. Schnitt er schon dem frühen, zeitgemäss orangefarbenen Gemälde ‹Lil' Orphan Annie›, 1960, die Ecken ab, um aus dem Kinoleinwand-Format ein ins räumliche gekipptes Vexierbild zu machen, so ging er mit pfiffigen Materialideen noch weiter, montierte, als Erster, eine den Betrachter spiegelnde Scheibe in die Mitte der Leinwand, blies Metallstaub in Glaskuben und lenkte so den Blick zwischen Fläche und Raum oder baute an Dan Graham erinnernde halbspiegelnde Paravents, die den Besucher über die Unsicherheit des Sichtbaren staunen lassen. Zu Bubenspässen aufgelegt, wie viele seiner sexuell befreiten Zeitgenossen, liess er nackte Mädchen vor der Kamera hüpfen und machte verzerrt-verwischte Fotografien der ‹Pink Ladies›, 1968/1973. Spannend sind sie, wo sie etwas vom Blick ihrer Zeit erzählen.

Bis: 22.05.2011



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Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Larry Bell [25.02.11-22.05.11]
Institutionen Musée d'Art Contemporain Nîmes [Nîmes/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Larry Bell
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