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Hinweis
5.2011




Winterthur : André Kertész


von: Lucia Angela Cavegn

  
André Kertész · Unterwasserschwimmer, Eszergom, 1917, Silbergelatine-Abzug, 1980, 19 x 27 cm, Bibliothèque nationale de France


Im Jahr, als der französische Fotograf Eugène Atget (1857-1927) starb, hatte der ungarische Immigrant André Kertész (1894-1985) seine erste Einzelausstellung in der Pariser Galerie Au Sacre du Printemps. Beide Fotografen besassen ein ausgeprägtes Sensorium für die Poesie des Augenblicks, die im Echoraum der Melancholie ihren Widerhall findet. Nach der grossen Atget-Ausstellung im Jahr 2008 widmet nun das Fotomuseum Winterthur André Kertész eine umfassende Retrospektive, die zuvor im Jeu de Paume in Paris zu sehen war. Die breit angelegte Schau mit rund 250 Fotografien und Magazinbeiträgen verdeutlicht einmal mehr die Magie der analogen Schwarzweissfotografie. Kertész, der 1929 an der epochemachenden Ausstellung ‹Film und Foto› in Stuttgart vertreten war, distanzierte sich bewusst von den Surrealisten, obschon seine ‹Distorsions›, im Zerrspiegel aufgenommene Akte und Porträts, durchaus den damaligen Zeitgeist atmen. Weniger die Lust am formalen Experiment als ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der sichtbaren Welt spricht aus diesen Aufnahmen. Auch der ‹Unterwasserschwimmer›, 1917, und die in New York festgehaltene ‹Verlorene Wolke›, 1937, sind mehr als nur Momentaufnahmen und widerspiegeln die Befindlichkeit des Fotografen.

Bis: 15.05.2011



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Ausgabe 5  2011
Ausstellungen Daros: Nicola Costantino [05.03.11-15.05.11]
Video Video
Institutionen Hubertus Exhibitions [Zürich/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Nicola Costantino
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