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6.2011




Köln : Bela Kolárová & Lucie Stahl


von: Katja Behrens

  
Bela Kolárová · Lucie Stahl, Installationsansicht Kölnischer Kunstverein, 2011. Foto: Simon Vogel


Die seriellen Objektbilder lassen den künstlerischen Kontext der jüngst verstorbenen Bela Kolárová (1923-2010) deutlich werden: Einerseits ist es die strenge Systematik des Minimalen, andererseits und zugleich die spielerische Wiederaneignung des Gegenstands. Formalästhetische Sensation geht Hand in Hand mit der Reflexion von Ikonografie und kulturellen Festschreibungen zur weiblichen Natur und Lebenswelt. Die Neokonstruktivistin Kolárová experimentierte seit den Sechzigerjahren in Prag mit fotografischen Techniken, fertigte Fotogramme, Röntgenogramme und Collagen und schuf feine stille Bilder, deren formale Wucht und semantisches Potenzial wohl gerade in ihrer vermeintlichen Harmlosigkeit liegen. Die leise Kritik an weiblichen Rollenmustern wird zu einem Bild voll Zauber und Anmut. Sie ordnete Druckknöpfe, Sicherheitsnadeln, Schrauben oder Flaschenöffner zu Rastern und geometrischen Mustern. Später integrierte sie auch Haare in die Arbeiten oder zeichnete mit Make-up. Seit ihrer Teilnahme an der documenta 12 wird ihr Werk auch international wahrgenommen. In der Doppelausstellung tritt sie nun in einen Dialog mit der in Wien lebenden Künstlerin Lucie Stahl (*1977), die ebenfalls Gegenstände der häuslichen Sphäre zu bildhaften, wenn auch vergleichsweise etwas lauten, bunten Collagen arrangiert.

Bis: 29.05.2011



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Ausgabe 6  2011
Ausstellungen Bĕla Kolářová, Lucie Stahl [14.04.11-29.05.11]
Institutionen Kölnischer Kunstverein [Köln/Deutschland]
Autor/in Katja Behrens
Künstler/in Lucie Stahl
Künstler/in Bĕla Kolářová
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