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6.2011




München : Cathy Wilkes


von: Roberta, De Righi

  
Cathy Wilkes · no title, 2011, Courtesy Giti Nourbakhsch Gallery, Berlin, The Modern Institute,Glasgow


Zerstückelte Lauflernschuhe, ein zerschnipselter Spitzen-BH und Salatschüsseln voller Glasscherben neben einem leeren Kinderwagen - etwas beängstigend wirkt die Installation ‹Pregnant Again›, 2005, von Cathy Wilkes schon. Freude über eine Schwangerschaft sieht anders aus. Ein Happy-Baby-Traum würde kaum in das Werk der Glasgower Künstlerin (*1967) passen, die derzeit im Kunstverein ihre erste Einzelausstellung auf dem Kontinent präsentiert. Denn in ihrer Kunst kann man stets die Zerbrechlichkeit des Menschen zwischen Geburt und Tod spüren. Aber man sollte Wilkes' suggestiv-selbstreflexiver Innerlichkeit nicht völlig auf den Leim gehen. Die 2008 für den Turner-Preis nominierte Künstlerin weiss den Blick des Zuschauers ins scheinbar Intime durch sorgsam inszenierte Details ebenso zu lenken wie auf Distanz zu halten. Ihre Installationen sind mit kühlem Kopf komponiert. Die filigranen Arrangements aus Alltagsgegenständen und verfremdeten Schaufensterpuppen sind dennoch anrührend. So die eigens für den Kunstverein geschaffene Installation (o. T.): Drei Schwarze, zwei Frauen und ein Kind, in verschiedenen Stadien der Verzweiflung - ihr Pflug verharrt auf dem harten Steinboden, den versiegten Brunnen umstellen unbrauchbare Wasserkocher. Es fehlt am Elementarsten. Zwei Plüschhäschen, das alte Symbol der Fruchtbarkeit, geben dem 3-D-Tableau eine fast unerträgliche Bitterkeit.

Bis: 06.06.2011



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Ausgabe 6  2011
Ausstellungen Cathy Wilkes [16.04.11-26.06.11]
Institutionen Kunstverein München [München/Deutschland]
Autor/in Roberta, De Righi
Künstler/in Cathy Wilkes
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