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Hinweis
6.2011




Solothurn : Thomas Ruch


von: Alice Henkes

  
Thomas Ruch · Aszendierender Jesus, 2011, verschiedene Materialen, 560 x 500 cm


Mit Witz und Eleganz schreibt sich Thomas Ruch (*1963) in den Raum ein. Die verspielte Linienführung seiner Zeichnungen, Radierungen, Sprayarbeiten mit ihren charakteristischen Schnörkeln scheint das Formenspiel der Stuckaturen in der säkularisierten Klosterkirche St. Josef aufzunehmen. Die glatten Wände im unteren Teil der einstigen Kapelle behängt der in Düsseldorf lebende Basler flächendeckend mit Zeichnungen. Damit stellt er die barocke Fülle unter der Galeriewand wieder her. Ruchs Motive spielen auf Transzendenz an. Aus Bleistiftschnörkeln bilden sich hauchzarte Berge. Im Altarraum ist ein ‹Aszendierender Jesus› lässig an die Wand gesprayt. Der ‹Ziegenbock›, sein Widersacher, ist nach einer Porzellanskulptur von Johann Joachim Kändler von 1762 gezeichnet. Sechs Radierplatten hat Ruch nach diesem Porzellanbock gearbeitet und dann einzeln wie in allen möglichen Überlagerungen abgezogen. In den additiven Drucken lösen sich die zarten Linien und Kringel zu einer dunklen Masse auf. Die schwarze Farbe verschlingt das Ornament und verweist so auf die geweissten Wände der einstigen Kirche, die zwar noch die Linienführung der Verzierungen erkennen lassen, ihre Farbenpracht aber verloren haben.

Bis: 19.06.2011



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Ausgabe 6  2011
Ausstellungen Thomas Ruch [26.03.11-19.06.11]
Institutionen Haus der Kunst St. Josef [Solothurn/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Thomas Ruch
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