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Hinweis
6.2011




St. Gallen : Zu Hause auf der Strasse


von: Kristin Schmidt

  
Nina Wild · Obdachlosenaufgrübler Nachtpatrouille, undatiert, Warnschutzjacke, beschriftet


Ist Kunst von Obdachlosen anders zu bewerten als das Werk eines Künstlers mit Atelier und Wohnsitz? Falls ja, warum? Wie wirkt sich die Arbeitsumgebung, die soziale Aussenseiterposition auf die Inhalte und auf formale Aspekte aus?
Diese Fragen stellen sich im Museum im Lagerhaus auch deshalb, weil Naive Kunst und Art Brut den Schwerpunkt des eigenen Programms bilden. Dabei zeigt sich, wie wenig sich das Ausgestellte einordnen lässt. Das Spektrum reicht von traditionellen Tafelbildern über Zeichnungen auf Blanko-Bierdeckeln bis hin zu Medienexperimenten, wie etwa Bobby Moors Arbeiten mit der Handykamera. Zu sehen sind genaue Beobachtungen des städtischen Lebens wie auch differenzierte Blicke ins eigene oder fremde Ich. Nina Wilds Aufnahmen der Notschlafstellen beispielsweise bestechen durch ihre dokumentarische und dennoch intime Sicht auf Habseligkeiten und Umgebung.
Im Zentrum der Präsentation steht Beate Stanislau, eine ehemalige DDR-Künstlerin. Nur ein Bruchteil ihrer Bilder und Schriften sind ausgestellt. Der grosse Rest harrt einer weiteren Aufarbeitung, sorgfältig verpackt in Kartonschachteln, die als Zeugnis eines kompromisslosen Lebens ebenfalls ausgestellt sind.

Bis: 10.07.2011



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Ausgabe 6  2011
Ausstellungen Zu Hause auf der Strasse [29.03.11-10.07.11]
Institutionen Museum im Lagerhaus [St. Gallen/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
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